Sperrholz: Geschichte und Fertigung

Sperrholzplatten im Stapel
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Sperrholz ist schon ein merkwürdiger Werkstoff. Im alltäglichen Gebrauch schwingt bei der Nennung des Wortes immer auch ein Hauch von Qualitätszweifeln und Beliebigkeit mit. Dabei hat es das Material durchaus in sich! Warum so manche natürliche Holzsorte im Vergleich zu Sperrholz verblasst und weshalb sogar schon die alten Pharaonen auf diesen Werkstoff schworen, wollen wir in unserer neuen Serie klären. Wir beschäftigen uns mit den Eigenschaften von Sperrholz!

Ein Werkstoff mit langer Vergangenheit

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    © noppharat | Sperrholz traf schon früh den Geschmack der Zeit. Das beweisen antike Überreste aus den Gräbern der ägyptischen Pharaonen.…
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Die Geschichte des bis heute äußerst beliebten Werkstoffs lässt sich bis in die Antike zurückverfolgen. So wurden altägyptische Möbel aus Sperrholz in den von Archäologen geöffneten Gräbern berühmter Pharaonen wie Ramses, Tutanchamun und Thutmosis gefunden. Zu den Methoden der Herstellung – beispielsweise wie es damals eigentlich gelang, das Holz in Schichten zu zerlegen und diese auch noch so zu verkleben, dass Außenfurniere, Mittel- und Unterlagen selbst nach 3.500 Jahren noch stabil beieinander sind – ist wenig bekannt geworden.

Vernon Knight und Meinhard Wulpi schreiben in ihrem 1931 erschienenen Buch „Furniere und Sperrholz“: „Gleich wie die Pyramiden, welche dem Zahn der Zeit und den Angriffen der Sandstürme vieler Jahrhunderte getrotzt haben, sind die furnierten und eingelegten ägyptischen Möbel Gegenstand höchsten Interesses für unsere moderne Fabrikation, die es kaum fertigbringen würde, derartige Arbeiten ohne die vollendeten Werkzeuge der Gegenwart herzustellen.“

Im Härtetest

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    © auremar | Sperrholz bringt zahlreiche positive Eigenschaften mit, die nicht nur in der verarbeitenden Industrie heiß begehrt sind. Ob…
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Produktionstechnisch betrachtet, wird bei der Herstellung der drei heute üblichen Sperrholzarten stets das gleiche Prinzip genutzt: Ein Verbund von mindestens drei Holzlagen wird kreuzweise übereinandergelegt und miteinander verleimt, bevor er unter Druck- und Wärmeeinwirkung in die gewünschte Form gebracht wird. Dabei finden, je nach späterem Verwendungszweck, viele einheimische Holzarten Verwendung, die auch miteinander kombiniert werden können. Dank unterschiedlich beständiger Leimarten stehen Sperrhölzer sowohl für den Innen- bzw. den (wetterbeständigen) Außeneinsatz zur Auswahl.

Zu den markantesten Werkstoff-Eigenschaften des Finalproduktes Sperrholz zählen seine Biege- und Verwindungssteifheit bei einer vergleichsweise extrem hohen Härte. Vor allem letztere übertrifft selbst die Werte solch robuster Hölzer wie Eiche, Robinie und Nussbaum. Das wird schnell deutlich, wenn man sich einige markante Beispiele für die sogenannte Brinell-Härte im Vergleich ansieht.

Vergleich verschiedener Holzarten mit Sperrholz

Holzgruppe

Holzart

Härtefaktor (N/mm2)

Weichhölzer

Zeder

10

 

Kiefer

19

 

Lärche

19

 

Douglasie

20

mittelharte Hölzer

Birke

23

 

Ahorn

27

 

Eibe

30

Harthölzer

Kirschbaum / Teak

31

 

Buche

34

 

Nussbaum

52

 

Sperrholz (maximal)

66

 

Bongossi

78

 

Ebenholz (Schwarzholz)

84

Quelle: tischler-ole-welzel.de

Fazit

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    © Dinkors | Sperrholzplatten versprechen stabile Resultate bei einer vergleichsweise leichten Verarbeitung. Kein Wunder also, dass sie…
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Sperrholz blickt auf eine lange Geschichte zurück, und das hat durchaus seine Gründe. Denn die verleimten Holzlagen entwickeln Materialeigenschaften, die im Holzbau dringend gesucht werden. Dazu zählen nicht nur Robustheit und einfache Verarbeitungsweise, sondern auch vielseitige Formbarkeit und eine ansprechende Außenwirkung.

Allerdings ist auch Sperrholz nicht gleich Sperrholz. Tatsächlich lassen sich grob drei gängige Sorten von Sperrholz unterscheiden, die aufgrund ihrer Fertigung variierende Materialeigenschaften und dabei durchaus unterschiedlich stark ausgeprägte Vorzüge mit sich bringen. Von diesen Fertigungsarten wollen wir im nächsten Artikel berichten.

Sperrholz ist schon ein merkwürdiger Werkstoff. Im alltäglichen Gebrauch schwingt bei der Nennung des Wortes immer auch ein Hauch von Qualitätszweifeln und Beliebigkeit mit. Dabei hat es das Material durchaus in sich! Warum so manche natürliche Holzsorte im Vergleich zu Sperrholz verblasst und weshalb sogar schon die alten Pharaonen auf diesen Werkstoff schworen, wollen wir in unserer neuen Serie klären. Wir beschäftigen uns mit den Eigenschaften von Sperrholz!
  • Sperrholzplatten im Vintage-Look
    © noppharat | Sperrholz traf schon früh den Geschmack der Zeit. Das beweisen antike Überreste aus den Gräbern der ägyptischen Pharaonen. Und auch heute noch kann sich dieser altehrwürdige Baustoff ohne Einschränkungen sehen lassen.
  • Verarbeitung von Sperrholz
    © auremar | Sperrholz bringt zahlreiche positive Eigenschaften mit, die nicht nur in der verarbeitenden Industrie heiß begehrt sind. Ob Renovierung, Modellbau oder sogar Schiffskonstruktion – Sperrholzplatten haben überall ihren Platz! Und auch so manches selbstgemachte Möbelstück besteht im Regelfall aus Sperrholz.
  • Sperrholz im Werkunterricht
    © Dinkors | Sperrholzplatten versprechen stabile Resultate bei einer vergleichsweise leichten Verarbeitung. Kein Wunder also, dass sie neben Spanplatten zu den beliebtesten Materialien im Werkunterricht zählen.
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