Brennholz innen und aussen korrekt und stilvoll lagern

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Aktualisiert am 09.12.2021
Am knisternden Feuer zu sitzen, ist nach wie vor und trotz aller moderneren Heizungsbauformen für sehr viele Menschen ein beliebter Genuss. Ungeachtet aller Neuerungen gibt es seit dem Jahrtausendwechsel dauernd zwischen 10 und 12 Millionen sogenannter Einzelraumfeuerungsanlagen in Deutschland. Ein Abebben des Trends ist schon deshalb nicht in Sicht, weil die Palette der Designs andauernd vielfältiger wird und die Öfen spielend die ebenfalls steigenden umwelttechnischen Auflagen erfüllen. Eines gilt jedoch heute noch wie ehedem: Der Brennstoff muss innen wie außen so gelagert werden, dass er technisch und in Sachen Bequemlichkeit optimal einsatzbereit ist.

Wichtigste Vorgabe: Die Gesetze

  • © nachbelichtet / stock.adobe.com | Ein Restfeuchte-Messgerät ist für Ofenbesitzer ein unverzichtbarer – und recht günstiger – Helfer.
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In Deutschland darf kein einziger Kaminofen in Betrieb genommen werden, der nicht in seiner Gesamtheit (also inklusive Schornstein und Frischluftzufuhr) vom bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger am Aufstellungsort abgenommen wurde. Bereits das ist ein Gesetz – daher empfiehlt es sich überdies unbedingt, den Schornsteinfeger schon zu kontaktieren, bevor die Wahl auf ein bestimmtes Modell fällt. Dies hängt auch damit zusammen, dass Öfen unterschiedliche Leistungen aufweisen und deshalb je nach zu beheizendem Raumvolumen über- oder unterdimensioniert sein können. Obwohl es zwar keine näheren Vorgaben gibt, wie Brennholz exakt zu lagern ist, so existiert jedoch sehr wohl ein durch Gesetze vorgegebenes Endergebnis:

Das Erste Bundes-Immissionsschutzgesetz macht genaue Vorgaben hinsichtlich der Abgaszusammensetzung. Daraus ergeht nicht nur, welche Brennstoffe überhaupt verwendet werden dürfen (nämlich typischerweise nur unbehandeltes Holz, Holzbriketts/-pellets sowie Braunkohlebriketts), sondern auch die Restfeuchte des Holzes.

Nur wenn der Feuchtegehalt keine 20 Prozent überschreitet, darf das Holz in den Ofen. Ist es nasser, muss es so lange optimiert gelagert werden, bis der Wert unterschritten wird. Basierend darauf, dass ganz frisch gefälltes Holz eine Feuchte von (je nach Baumart, Standort und Witterungsbedingungen) 60 bis 150 Prozent aufweist, ergibt sich daraus eine mindestens mehrmonatige Lagerung. Zumal die 20 Prozent nur der oberste Richtwert sind. Besser wäre es, wenn das Holz sogar nur 15 Prozent hätte. Je niedriger, desto besser die Verbrennung, desto größer der Heizwert und desto weniger Arbeit hat der Schornsteinfeger.

Mitunter kann es zusätzlich weitere kommunale Vorgaben geben. Beispielsweise, dass nur ein bestimmtes Holzvolumen gelagert werden darf und dieses sichtgeschützt sein muss. Dies muss jedoch lokalspezifisch im Rathaus erfragt werden, Pauschalantworten sind unmöglich.

Nässeschutz als Massgebliches Ziel

  • © PhotoSpirit / stock.adobe.com | Perfekt: Der optimale Brennholz-Lagerort ist nach oben wettergeschützt, aber nach allen Seiten luftig…
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Im Klartext bedeutet dies: Draußen muss das Haupt-Augenmerk darauf gelegt werden, dass das Holz trotz der Lagerung im Freien ein negatives Feuchte-Saldo erzielt. Es verdunstet also mehr aus dem Holz, als durch Regen, Schnee und Luftfeuchtigkeit wieder aufgenommen wird.

Ungeachtet aller anderen Maßnahmen ergeben sich daraus einige Bedingungen, die grundsätzlich eingehalten werden sollten, um zusätzliches Wasser vom Holz abzuhalten:

  • Der Lagerungsort muss unbedingt vor Regen geschützt werden. Hier bieten sich dem Selbermacher zahlreiche Möglichkeiten. Sie reichen von einer Dachkonstruktion im Stil eines kleinen Car-Ports oder eines Terrassendachs bis hinab zu äußerst simplen Lösungen durch auf den Holzstapel aufgelegte Stücke Wellblech oder ähnlicher weicher Dacheindeckungsmaterialien. Wichtig ist nur, dass das Holz möglichst wenig Wasser direkt von oben abbekommt. Dazu sollte das Dach über das Holz hinausragen
  • Alles Holz muss so gelagert werden, dass schräg einfallendes Wasser möglichst nicht ins Kernholz eindringt. Beim Aufsetzen ist deshalb sorgsam darauf zu achten, dass die Rinde jedes Scheits oder Meterstücks nach oben weist und dass alle Scheite sorgsam aufgestapelt werden. Dadurch läuft Regenwasser einfach ab. Wichtig ist dies vor allem dort, wo kein umfassendes Dach errichtet werden kann.
  • Das Holz sollte immer etwas erhöht lagern, also nicht direkt auf dem Erdboden aufliegen. Hier kann entweder für einen endgültigen Lagerungsort ein zirka halbmetertiefes Schotterbett konstruiert werden oder für flexiblere Lösungen auf Paletten gesetzt werden.

Jedoch: Zumindest Brennholz, das noch trocknen muss, sollte niemals in Garagen, Schuppen oder ähnlichen Orten untergebracht werden. Zwar wäre dies aus Sicht des Wetterschutzes optimal, würde jedoch die nötige Lufttrocknung enorm hemmen. Solche Räume sind (sofern sie überhaupt zur Lagerung von Brennmaterial freigegeben sind) nur eine passende Wahl für bereits trockene, luftdicht verschlossene Materialien. Also Braunkohlebriketts sowie verpackte Holzbriketts und -pellets.

Durch Luftströme zu optimaler Trockenheit

  • © Paul Maguire / stock.adobe.com | Wird noch trocknendes Holz dicht an Fassaden gelagert, muss dahinter mindestens eine Handbreit Luft…
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Wetterschutz ist nur ein Faktor, der zu erfüllen ist. Der weitere ist, wie erwähnt, dass das Holz austrocknen und auf diesem Level bleiben muss. Dies lässt sich nur bewerkstelligen, indem der Holzstapel ständig von Luft um- und durchströmt wird.

Die wichtigste Grundlage hierfür ist, dass Holz möglichst niemals als Ganzes gelagert wird. Das heißt, auch Stammabschnitte sollten mindestens gespalten werden, damit Luft an das Kernholz gelangt. Davon ausgehend sollten die Lagerungsbedingungen folgendermaßen aussehen:

  • Die Stirnseite des Holzes sollte nach Westen oder Südwesten weisen. Das ist in den meisten Zonen Deutschlands die vorherrschende Windrichtung – jedoch sollten zuvor lokale Abweichungen geprüft werden; etwa durch Gebirgsformationen. Eine solche Lagerung minimiert gleichzeitig die Fläche, auf die schrägfallender Regen auftreffen kann und sorgt gleichsam für einen Tunneleffekt zwischen den Holzstücken.
  • Ein Holzstapel sollte möglichst nicht tiefer als ca. 1 Meter sein. Andernfalls bekommen die hinteren Reihen nicht genügend Luft und trocknen beträchtlich langsamer.
  • Dementsprechend muss der Stapel vorn und hinten offen sein. Allerdings genügt hinten eine Gitterkonstruktion, wenn sich dies positiv auf die Stabilität auswirkt. Keinesfalls jedoch sollte sich das Holz gegen Gebäudefassaden lehnen. Wenn es dicht an Gebäuden steht, sollte bei noch nicht trockenem Holz unbedingt Luft dahinter zirkulieren können.
  • Die Lagerungszeit beträgt unter optimalen Bedingungen mit viel Sonne und Wind nur wenige Monate. Das heißt, im Winterhalbjahr geschlagenes Holz kann eventuell(!) schon im nächsten Winter verfeuert werden. Typischerweise sollten Ofenbesitzer jedoch davon ausgehen, frühestens erst im Folgejahr damit heizen zu können – wichtig für die Nachschubbeschaffung. Fertig gekauftes Brennholz kann in aller Regel sofort verwendet werden.

Ein solcher Lagerort bietet breite Betätigungsfelder für Selbermacher. So kann ein Regal gebaut werden, welches gleichzeitig das Regendach darstellt als auch den Stapel nach den Seiten am Wegrutschen hindert. Dafür braucht es lediglich vier in passenden Abständen eingeschlagene Bodenhülsen, in die quadratische Balken senkrecht gesteckt werden. Werden diese diagonal durch Dachlatten oder starken Draht miteinander verspannt, entsteht eine große Stabilität, die selbst größere Mengen Holz sicher unterbringt.

Übrigens sei dringend empfohlen, im Rahmen dieser Vorgaben das Holz möglichst dicht an einem der Hauseingänge zu lagern. Denn es werden regelmäßige Gänge nötig sein. Mitunter kann es deshalb sinnvoll sein, einen Gartenweg zu Pflastern und ähnliches auch vor dem Holzregal zu tun, um trockenen Fußes Nachschub holen zu können.

Möglichst schnell zerteilen

  • © Ivan / stock.adobe.com | Je rascher und vollständiger die privaten Holzvorräte auf Ofenmaß zerteilt werden, desto besser für die…
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Wer ofenfertiges Brennholz bezieht, kann dieses Kapitel überspringen. Wer jedoch zumindest gewisse Arbeitsschritte aus Kosten- oder Spaßgründen selbst erledigen möchte, sollte genau hinsehen.

Vor allem zu Anfang wissen viele Ofenbesitzer nicht, auf welchen Jahresverbrauch sie kommen. Dementsprechend sollte dieser berechnet werden. Dazu ist aber der Heizwert der einzelnen Holzart, die Ofenleistung sowie die typische Nutzung zu betrachten. Als ganz grober(!) Richtwert kann man bei einem 5-kW-Kaminofen von 0,0025 Raummetern Brennholzverbrauch pro Stunde ausgehen. Ein Raummeter Brennholz reicht deshalb für 400 Stunden.

Ungeachtet des tatsächlichen Bedarfs sollten Selbermacher jedoch eines bedenken: Meterstücke und ähnliche Zwischenformen sollten möglichst zeitnah und in Gänze ofenfertig umgearbeitet werden. Erstens erleichtert dies das Trocknen, zweitens sorgt es dafür, dass die gesamten Reserven zur sofortigen Nutzung bereitstehen.

Wichtig: Wie lange die einzelnen Scheite sein dürfen, hängt vom Ofen ab und dem, was in dessen Bedienungsanleitung steht.

Brennholz Portionsweise im Innenraum lagern

  • © Photographee.eu / stock.adobe.com | Für die portionsweise häusliche Lagerung sind findigen Selbermachern kaum Grenzen gesetzt. Hier ist…
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Wohl kaum jemand möchte für jeden Holzscheit zu seinem Holzlager gehen. Daher ist ein Lagerort dichter am Ofen unbedingt zu empfehlen. Es genügt völlig, wenn dort eine Tagesration vorrätig gehalten werden kann. Aufgrund der Nähe zur Einrichtung ist hier jedoch ein stärkerer Blick auf ein ansprechendes Design vonnöten. Typische Möglichkeiten sind hier:

  • Direkt in den Ofen integrierte Ablagen. Sie haben den immensen Vorteil, dass kein weiterer Flächenverbrauch anfällt.
  • Minimalistische Holzregale, die aus Vierkantrohr geschweißt werden: Zwei waagerechte Rohre, sowie an deren Ende je zwei Senkrechte und gegebenenfalls noch eine waagerechte Verbindung am oberen Ende.
  • Große Flechtkörbe. Sie haben einen rustikalen Look und den Vorteil, gleichzeitig ein probates Transportbehältnis zu sein.
  • Zu einem großen U gebogene Streifen aus Metallblech. Sie können mit einer hölzernen Unterkonstruktion kombiniert werden und sorgen so für einen Industrial-Look.

Dies nur, um einige Beispiele aufzuzeigen. Denn erlaubt ist wirklich, was gefällt und was die eigenen DIY-Fähigkeiten erlauben. Solange darin eine Lage Holzscheite sicher und stabil gehalten wird, sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Allerdings: Um ein Transportbehältnis wird man dennoch nicht umhinkommen. Denn mit den Händen lassen sich nur wenige Scheite aus dem Brennholzlager ins Haus schaffen.

Bildquellen:

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