Sichtschutz für den Garten: Das sind die besten Optionen

Holzzaun mit Blumen | © hschmider - pixabay.com
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Gute Nachbarschaft möchte jeder Hausbesitzer genießen. Allerdings gibt es einen gewaltigen Unterschied zwischen freundlichen Zaungesprächen und andauernden Einblicken in die eigene Privatsphäre. Doch wie schützt man sich da vor neugierigen Blicken, ohne sich einzumauern? Wir stellen vom Holzzaun bis zur Hecke die verschiedenen Optionen vor, klopfen sie auf ihre Vor- und Nachteile ab und präsentieren eine ganz besondere Lösung für alle, die nicht den ganzen Garten abschirmen möchten.

1. Mauern für maximale Abschirmung

  • Hohe Mauern mit Bewuchs
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    © JamesDeMers - pixabay.com | Hohe Mauern bieten den perfekten Sichtschutz. Allerdings haben sie auch eine ganze Reihe von Nachteilen, von…
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Denkt man an Einfriedungen, fallen einem automatisch Mauern ein. Diese können natürlich hervorragend allzu aufdringliche Blicke von außen abschirmen. Das bringt allerdings gleich mehrere Probleme mit sich, die Mauern als Sichtschutz eher unattraktiv machen:

  1. Für einen echten Sichtschutz muss eine Mauer mindestens zwei Meter hoch sein – das sorgt durch die Wuchtigkeit der Konstruktion für ein gewisses „Knast-Gefühl“.
  2. Mauern brauchen ein echtes Fundament, Steine, Mörtel und Putz. Damit sind sie nicht nur aufwendig im Aufbau, sondern auch selbst für kleine Gärten sehr kostspielig.
  3. Durch die notwendige Sichtschutz-Höhe verhindern Mauern, dass Wind durch den Garten bläst. Das beeinfluss das Mikroklima des Gartens negativ und sorgt für feuchte Ecken. 

Natürlich kann letzter Aspekt auch erwünscht sein, um z.B. Windschneisen im Garten zu schließen. Allerdings verhindern Mauern auch, dass sich Lebewesen im Garten ansiedeln. Denn vom Igel bis zum Regenwurm haben es viele Tiere enorm schwer, dieses Hindernis zu überwinden. Eine Natursteinmauer kann hier als eigenständiger Lebensraum gewisse Abhilfe schaffen.

Vorteile: absolut blickdicht; wenig Pflegebedarf; hohe Sicherheit gegen unbefugtes Betreten
Nachteile: teuer; aufwendig; kann das Garten-Mikroklima negativ beeinflussen

2. Der begrünte Maschendrahtzaun und seine Verwandten

  • Stark bewachsener Metallzaun
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    © Didgeman - pixaba.com | Pflanzen dienen als natürlicher Sichtschutz. Begrünte Zäune können daher eine wunderbare Wirkung entfalten, ohne…
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Er ist nicht nur die einzige Einfriedung, die einen eigenen Chart-Hit vorweisen kann. Der Maschendrahtzaun ist auch extrem gut geeignet für Selbermacher. Ist sein Verlauf vermessen und markiert, müssen für die Pfosten nur 50x50x100 cm messende Löcher gegraben und die Elemente einbetoniert werden. Danach wird der Zaun montiert und gespannt – ähnlich verläuft es auch bei Doppelstabmattenzäunen und Konsorten.

Allerdings ist der Zaun im Ursprungszustand kein Sichtschutz. Diesen muss man im Nachhinein herstellen. Zumindest bei Doppelstabmattenzäunen geht das schnell und schön durch das Einziehen von Sichtschutzstreifen. Der Maschendrahtzaun lässt sich zwar durch Folien oder Matten abdecken, was aber nicht immer besonders ansprechend wirkt. So ist es hier die natürliche Option, den Zaun zu bepflanzen. Dazu sucht man sich einfach Kletterpflanzen aus und setzt diese im korrekten Abstand ein – den Rest übernimmt Mutter Natur.

Ja, man hat sogar die Option, den Zaun auf diese Weise zum Teil des Gemüsebeets zu machen, indem man auf Klettergemüse setzt. Auch dieser Sichtschutz kann enorm dicht werden und keine Lücken mehr lassen. Und weil er eben Teil des Gartens ist, beeinflusst er nicht einmal den Look. Zudem lässt er Luft gut durch und eignet sich deshalb bevorzugt für großflächiges Einfrieden.

Vorteile: einfach aufzubauen; vergleichsweise günstig; guter Zutrittsschutz; keine Beeinträchtigung des Garten-Klimas; natürlicher Look
Nachteile: muss (fast) zwingend bepflanzt werden; Bepflanzung verursacht regelmäßigen Arbeitsaufwand; lange Wartezeit, bis er blickdicht ist

3. Seitenmarkisen für punktuellen Sichtschutz

Muss Sichtschutz immer den gesamten Garten umfassen? Sicherlich nicht! Oft genug reicht es auch, wenn nur der Platz, an dem man sich bevorzugt aufhält, nicht einsehbar ist. Das wiederum bringt uns zu einem günstigen Sichtschutz, der Alu-Seitenmarkise: robuster Polyesterstoff, der zwischen zwei mit dem Boden verschraubten Säulen sitzt. Das ist nicht nur einfach zu montieren und optisch zurückhaltend, sondern kann bei Bedarf auch eingerollt werden – etwa, wenn es stürmisch wird.

Damit sind die Markisen die Lösung für alle, die keinen großflächigen Sichtschutz applizieren möchten, um den Garten nicht gänzlich abzuschotten. Aber sie sind eben auch besonders für große Grundstücke geeignet, bei denen eine vollständige blickdichte Einfriedung kolossal teuer wäre – und zudem oft überflüssig, weil man sich ja auch dann meist nur an wenigen Orten aufhält.

Vorteile: niedriger Preis; sehr einfacher Aufbau; gut für gezielt-punktuellen Sichtschutz, dadurch auch keine Beeinflussung von Flora & Fauna; keine dauerhafte Pflege; kann bei Bedarf eingerollt werden
Nachteile: keine Option, um den gesamten Garten einzufrieden

4. Holzzäune in allen Variationen

  • Verwitterter Holzzaun
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    © MabelAmber - pixabay.com | Bekommt Holz keine regelmäßigen Zuwendungen an Pflege, wird es nicht nur rasch unansehnlich. Auch die…
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Ganz gleich, ob es sich um dicht montierte Latten handelt oder vorgefertigte Elemente – der Holzzaun kann nach wie vor großartig als Sichtschutz dienen. Ein erheblicher Vorteil liegt darin, dass sich ein Sichtschutzzaun von Grund auf vollständig aus Holzelementen errichten lässt. Ungleich zu anderen Zaunarten muss man ihn nicht durch zusätzliche Maßnahmen dazu machen. Praktisch ist er jedoch kaum schwieriger aufzustellen.

Auch hier beginnt abermals alles mit Löchern, in denen die stählernen Halteklammern einbetoniert werden. Der Rest der Arbeit besteht darin, den Akkuschrauber surren zu lassen, wenn man Pfosten, Haltelatten und schließlich die Zaunlattung anbringt. Das ist, selbst auf langen Strecken, kein Job, der extremes Selbermache-Wissen benötigt. Und je nachdem, für welches Design man sich entscheidet, kommt auch noch hinzu, dass der Zaun in gewissen Grenzen luftdurchlässig bleibt.

Allerdings muss klar sein, dass Holz Pflege benötigt. Nach dem Aufbau muss ein witterungsschützender Anstrich aufgebracht werden, sonst hat man selbst bei resistenten Holzsorten nicht lange Freude. Je nach verwendetem Anstrich ist die Arbeit zudem teils jährlich aufzufrischen.

Vorteile: vergleichsweise günstige, heimwerkertaugliche Option; sowohl für punktuellen wie umfassenden Sichtschutz geeignet; guter Zutrittsschutz; je nach verwendeter Lasur entweder sehr natürliche oder moderne Optik; mittlere Beeinflussung des Garten-Mikroklimas
Nachteile: benötigt regelmäßige Pflege; kann durch die relativ leichte Konstruktion bei Sturm Schaden nehmen

5. Natur pur: Hecken

Braucht man unbedingt unbelebte Materialien, um Sichtschutz zu erzielen? Nicht immer! Denn klar ist, dass natürlich auch eine Hecke ganz enormen Sichtschutz bieten kann – und zudem die Option, durch gezieltes Aussuchen der richtigen Pflanzen eine große Optionsvielfalt für den Look zu haben. Hinzu kommt, dass nichts natürlicher ist als Natur selbst. Hecken sind Lebensraum für zahllose Tiere. Sie ziehen Vögel an, Insekten und wirken für durchströmende Luft sogar wie ein Staubfilter.

Das alles hat jedoch einen Nachteil: Selbst schnellwachsende Sorten benötigen mehrere Jahre, bis sie zu einer mannshohen, wirklich dicht zusammenwachsenden Hecke geworden sind. Und auch wenn Wunschhöhe und -dicke erreicht sind, wächst Kollege Hecke munter weiter. Je nach Witterung muss man mehrmals monatlich die Heckenschere auspacken, um hässlichen Wildwuchs zu verhindern.

Vorteile: natürlichster Sichtschutz; biologisch wertvoll; relativ günstig; erfordert praktisch keine Heimwerker-, sondern nur Gärtnerkenntnisse; lässt sich sehr vielfältig formen
Nachteile: benötigt sehr lange, um blickdicht zu werden; dauerhafte Pflege notwendig

Gute Nachbarschaft möchte jeder Hausbesitzer genießen. Allerdings gibt es einen gewaltigen Unterschied zwischen freundlichen Zaungesprächen und andauernden Einblicken in die eigene Privatsphäre. Doch wie schützt man sich da vor neugierigen Blicken, ohne sich einzumauern? Wir stellen vom Holzzaun bis zur Hecke die verschiedenen Optionen vor, klopfen sie auf ihre Vor- und Nachteile ab und präsentieren eine ganz besondere Lösung für alle, die nicht den ganzen Garten abschirmen möchten.
  • Hohe Mauern mit Bewuchs
    © JamesDeMers - pixabay.com | Hohe Mauern bieten den perfekten Sichtschutz. Allerdings haben sie auch eine ganze Reihe von Nachteilen, von denen der schwerwiegendste wohl ist, dass sie einen Garten hermetisch abriegeln.
  • Stark bewachsener Metallzaun
    © Didgeman - pixaba.com | Pflanzen dienen als natürlicher Sichtschutz. Begrünte Zäune können daher eine wunderbare Wirkung entfalten, ohne jedoch dem Garten die Luftzirkulation zu nehmen.
  • Verwitterter Holzzaun
    © MabelAmber - pixabay.com | Bekommt Holz keine regelmäßigen Zuwendungen an Pflege, wird es nicht nur rasch unansehnlich. Auch die Stabilität sinkt, wenn das Material verwittert.
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