Diese Schutz-Helfer dürfen in keiner Werkstatt fehlen

Helm mit Handschuhen und Sicherheitsschuhen
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Aktualisiert am 14.12.2017
Manche DIY-Jünger geben jährlich sehr viel Geld für Werkzeug aus. Doch überraschend oft fehlen dabei Elemente, die man sich eigentlich noch vor dem ersten Hammer, geschweige denn Vollprofi-Tool zulegen sollte: eine vernünftige Schutzausstattung! Was wir im Folgenden zusammengetragen haben, sollte in jeder Werkstatt griffbereit liegen. Zudem zeigen wir auch, was für spezielle Anwendungen hinzukommen sollte.

1. Handschuhe

  • Arbeiten am Winkelschleifer ohne Schutzausrüstung
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    © diybook | So nicht! Bei dieser Arbeit mangelt an jeder Form von Schutzausrüstung. Diese ist aber nicht bloß professionelle Zierde,…
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Egal ob man nur ein paar Dübellöcher in die Wand bohrt, mit der Stichsäge arbeitet oder unter dem Auto liegt: Bei Heimwerker-Arbeiten und DIY ist es eine Universaltatsache, dass es von scharfen Kanten, nadelspitzen Graten, Blasen erzeugender Reibung oder hartnäckigem (und teilweise gesundheitsschädlichem) Schmutz nur so wimmelt.

Kaum ein Selbermacher, der sich nicht schon mal wunderte, warum es an seinen Händen aus klitzekleinen Schnitten blutete – die sind nämlich oftmals so klein, dass man sie gar nicht spürt. Dennoch geben sie ein hervorragendes Einfallstor für Keime ab.

  • Trennarbeiten mit dem Winkelschleifer
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    © diybook | Keine Arbeit ist zu unbedeutend für den angemessenen Schutz. Hier fehlt zwar technisch bedingt die wichtige Winkelschleifer…
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Dabei ist es ausgesprochen einfach, solche Verletzungen und auch schlimmere Folgen zu verhindern. Denn Handschuhe schützen effektiv. Vor allem gibt es sie in tausenderlei Varianten, die von groben Pflasterarbeiten im Hof bis zu hauchfeinen Fingerspitzengefühl-Tätigkeiten alles abdecken, was es an Anforderungen geben könnte.

In die Werkstatt gehört mindestens ein Paar dicke Lederhandschuhe sowie ein dünnes mit gummierten Handflächen für alle feineren Arbeiten. Und wer regelmäßig lackiert, sollte beim nächsten Einkauf eine Packung Einweg-Gummihandschuhe besorgen.

2. Schutzbrille

Die Augen sind das vielleicht wichtigste Werkzeug des Menschen – mit Sicherheit aber das empfindlichste. Zudem sind die Gefahren mannigfaltig. Selbst beim Handsägen kann einem ein Splitter ins Auge fliegen und erst recht bei allen motorisierten Werkzeugen.

Solche Risiken sind jedoch völlig unnötig. Ähnlich wie bei den Handschuhen gibt es auch jede Menge Schutzbrillen in verschiedensten Ausführungen, vom einfachen, transparenten „Nasenfahrrad“ für leichte Arbeiten bis hin zum Gesichts-Vollschutz, den man spätestens dann aufsetzen sollte, wenn man zu spanabhebendem Werkzeug wie dem Winkelschleifer oder zu einem Gartenwerkzeug wie der Motorsense greift.

3. Schweißschutz

  • Schweißen mit Schutzausrüstung
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    © Jeanette Dietl | Gerade beim Schweißen sollte niemals auf eine ausreichende Schutzausrüstung verzichtet werden. Automatische Schweißhelme…
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Beim Autogenschweißen, ferner Hartlöten reicht bereits eine anständig abgedunkelte Schweißbrille als Augenschutz aus. Bei sämtlichen Elektro-Schweißtechniken, angefangen beim DIY-typischen Elektrodenschweißen bis hin zu MIG/MAG, WIG und Co., ist aber mehr vonnöten. Absolute Grundausstattung sollte hier ein festzuhaltender Schweißschild sein. Bitte niemals ohne schweißen! Denn sonst bekommt man schnell eine Art Schneeblindheit – Schweißer sprechen von „verblitzten Augen“, einem sehr unangenehmen Zustand.

Mittlerweile sind auch photoelektrische Schutzschilde im DIY-Preisbereich angelangt. Sie sind bei normalem Licht transparent, dunkeln aber sofort ab, wenn beim Schweißen der Lichtbogen entsteht. Sehr komfortabel!

4. Feuerlöscher

Man muss nicht mit einem Autogengasschweißgerät arbeiten, um plötzlich in der Werkstatt unkontrollierte Flammen zu haben. Schon Schleiffunken oder auch nur der unachtsame Umgang mit in Leinöl getränkten Lappen (neigen zur Selbstentzündung) kann Brände entstehen lassen.

Daher sollte an einer jederzeit zugänglichen Stelle (notfalls draußen vor der Werkstatttür) mindestens ein Ein-Kilo-Pulverlöscher hängen. Was es in den meisten Baumärkten zu kaufen gibt, sind sogenannte ABC-Löscher. Die Buchstaben beschreiben die Brandklassen, die damit bekämpft werden können:

  • A: Feste Stoffe wie Holz, Papier, usw.
  • B: Flüssige oder durch Hitze flüssig werdende Stoffe, Benzin, Wachs…
  • C: Gase wie Butan, Propan oder Erdgas

Mit einem solchen Löscher ist man für die meisten Fälle gerüstet, auch für Elektrobrände. Allerdings muss man ihn im Ernstfall richtig bedienen können und immer bedenken, dass Metallbrände (etwa Magnesium) sich nicht damit löschen lassen.

5. Schnittschutzhose

  • Schnittschutzhose beim Bedienen der Motorsäge
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    © Pixelwolf2 | Wer mit der Motorsäge hantiert, braucht ebenfalls die passende Ausrüstung. Unverzichtbar, um bösartige Verletzungen zu…
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Wer mit einer Motorsäge, nur mit normale Arbeitshose bekleidet, arbeitet, begeht einen lebensgefährlichen Fehler. Denn mit der Säge abzurutschen, ist sehr leicht. Und etwas, das konstruiert wurde, um sich binnen Sekunden durch Hartholz zu fressen, lässt sich weder durch Leder und erst recht nicht durch Jeans- oder sonstige Stoffe davon abhalten, in Ober- oder Unterschenkel zu schneiden – mit lebensgefährlichen Folgen, falls dabei eine Arterie durchtrennt wird.

Deshalb bitte: Sobald die Kettensäge gestartet wird, sollte sich der Unterkörper in einer Schnittschutzhose befinden. Diese gibt es als normale Bundhose ebenso wie als Chaps oder Latzhose. Ihre Fasern sind so konstruiert, dass sie sich binnen Millisekunden um das Antriebsrad der Kette wickeln und sie stoppen, bevor lebensgefährliche Verletzungen entstehen können.

6. Sicherheitsschuhe

  • Sicherheitsschuhe mit Schutzprofil
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    © Zerbor | Hoffentlich geht das gut! Nicht alle Sicherheitsschuhe schützen auch von unten. Die, die es tun, sind beim Gehen aber…
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Jeder Heimwerker kennt Murphy’s Law: Der Hammer, der einem entgleitet, landet nicht auf dem Boden, sondern auf em dicken Zeh. Der Steinklumpen, den man aus der Wand bricht, kracht einem mit Sicherheit auf den Mittelfuß. Klar auch, dass man da mitten in die auf dem Boden liegende Spax-Schraube hineintritt, statt seinen Fuß danebenzusetzen.

Auch wenn es übertrieben klingen mag, aber der Volksmund sagt nicht umsonst „Unverhofft kommt oft“. Und damit das nicht zum Schaden der eigenen Füße passiert, sollten sie bei allen Arbeiten in Sicherheitsschuhen stecken. Es müssen keine Stahl bewehrten Kampfstiefel sein, Zehenschutz gibt es sogar als Sandalette zum Hineinschlüpfen. Achtet man dann noch auf eine durchtrittsichere Zwischensohle, kann den Füßen nichts mehr passieren – zumindest bis nach Murphys Law ein Holzsplitter seinen Weg ins Innere findet und einen gemein in die Ferse piekt.

7. Was sonst noch?

Bleiben noch einige Zusatzstücke übrig, die ebenfalls Sinn machen:

  • Zumindest bei Überkopf-Arbeiten sollte man einen Helm tragen – das normale „Modell Bauarbeiter“ ist perfekt heimwerkertauglich und kostet nur wenig Geld.
  • Schleifarbeiten sollten nie ohne Atemschutzmaske ausgeführt werden. Für gelegentliche Arbeiten reichen günstige Einwegmasken. Wer jedoch öfter schleift oder auch lackiert sollte in eine Halbmaske mit Wechselfiltern investieren.
  • Knieschoner sind in der Jugend vor allem komfortabel, ab 45+ jedoch wirklich sinnvoll bei allen Arbeiten, die im Knien erledigt werden.
  • Lautstärke ist ein subjektives Empfinden. Dennoch sollte man sich bei allen motorisierten Werkzeugen mindestens Stöpsel („Ohropax“) ins Ohr einführen. Komfortabler und noch besser dämmend sind Kapselgehörschutze.

Und noch eine letzte Bitte: All diese Gegenstände sollten auch für die kleinste Arbeit verwendet werden. Denn auch dabei („Ist doch nur die eine Schraube...“) kann genauso viel passieren wie bei mehrstündigen „Sessions“.

Manche DIY-Jünger geben jährlich sehr viel Geld für Werkzeug aus. Doch überraschend oft fehlen dabei Elemente, die man sich eigentlich noch vor dem ersten Hammer, geschweige denn Vollprofi-Tool zulegen sollte: eine vernünftige Schutzausstattung! Was wir im Folgenden zusammengetragen haben, sollte in jeder Werkstatt griffbereit liegen. Zudem zeigen wir auch, was für spezielle Anwendungen hinzukommen sollte.
  • Arbeiten am Winkelschleifer ohne Schutzausrüstung
    © diybook | So nicht! Bei dieser Arbeit mangelt an jeder Form von Schutzausrüstung. Diese ist aber nicht bloß professionelle Zierde, sondern schützt auch Selbermacher vor schweren Gefahren.
  • Trennarbeiten mit dem Winkelschleifer
    © diybook | Keine Arbeit ist zu unbedeutend für den angemessenen Schutz. Hier fehlt zwar technisch bedingt die wichtige Winkelschleifer-Schutzhaube am Gerät. Aber gute Handschuhe sind immer die absolut richtige Wahl!
  • Schweißen mit Schutzausrüstung
    © Jeanette Dietl | Gerade beim Schweißen sollte niemals auf eine ausreichende Schutzausrüstung verzichtet werden. Automatische Schweißhelme werden transparent, sobald der Lichtbogen erlöscht. Sie müssen daher nicht dauernd auf- und abgesetzt werden.
  • Schnittschutzhose beim Bedienen der Motorsäge
    © Pixelwolf2 | Wer mit der Motorsäge hantiert, braucht ebenfalls die passende Ausrüstung. Unverzichtbar, um bösartige Verletzungen zu verhindern, ist eine vernünftige Schnittschutzhose.
  • Sicherheitsschuhe mit Schutzprofil
    © Zerbor | Hoffentlich geht das gut! Nicht alle Sicherheitsschuhe schützen auch von unten. Die, die es tun, sind beim Gehen aber mittlerweile ebenso komfortabel wie „normale“ Schuhe.
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