Was bedeutet Nassabriebbeständigkeit?

Nassabriebbeständigkeit - Etikett - Header
4.45
Das Angebot an Wandfarbe in den Baumärkten scheint riesig. Ein nur schneller Blick auf das Etikett hilft dabei oft nicht, Klarheit über die Eigenschaften der Wandfarbe zu bekommen. Deckvermögen und Glanzgrad mögen noch selbsterklärend sein, doch spätestens mit dem Begriff "Nassabriebbeständigkeit" wissen nur noch Wenige etwas anzufangen. Dieser Artikel erklärt, was Nassabriebbeständigkeit ist, und hilft dabei, die richtige Klasse der Nassabriebbeständigkeit für die persönlichen Bedürfnisse zu finden.

Was ist Nassabriebbeständigkeit?

  • Vorderseite des Gebindes mit allgemeinen Informationen
    zur Bildreihe
    © diybook | Wo finde ich die Angabe zur Nassabriebbeständigkeit? Die Vorderseite des Gebindes bietet nur allgemeine Informationen, die…
<>

Wie lässt sich die Qualität einer Farbe - abgesehen vom Preis - erkennen? Einen gewichtigen Hinweis liefert die Nassabriebbeständigkeit. Sie sagt aus, wie beständig die Farbe gegen Reinigungen ist. Viele dürften noch "alte" Malerbegriffe wie "waschbeständig" oder "scheuerbeständig" kennen. Bei der früher verwendeten Norm DIN 53 778 wurden betreffend der Reinigungsfähigkeit drei verschiedene Kategorien unterschieden:

  • Rückseite des Gebindes mit gesuchten Angaben
    zur Bildreihe
    © diybook | Für genauere Angaben müssen die Informationen auf der Rückseite des Gebindes konsultiert werden, deutlich erkennbar an der…
<>
  • Ohne DIN-Angabe bedeutete, dass die Farbe nur wenig waschbeständig war. Wird eine solche Wandfarbe mit einem Scheuermittel gereinigt, löst sich die Farbe ab.
  • Waschbeständig nach DIN 53 778 sagte aus, dass es sich um eine gut zu reinigende Farbe handelt.
  • Scheuerbeständig nach DIN 53 778 bezeichnete die beste Qualitätsstufe.

Die europäische Norm EN 13 300 ersetzt nun die alte DIN-Norm und bewertet nach dem Schulnoten-Prinzip die genannten Eigenschaften - also die Nassabriebbeständigkeit - in 5 Klassen. Diese 5 Klassen stellen wir im Folgenden genauer vor.

Klasse 1

Wer eine qualitativ hochwertige Farbe für einen stark beanspruchten Raum sucht, sollte auf eine Farbe mit einer Nassabriebbeständigkeit der Klasse 1 zurückgreifen. Dieser Anstrich verträgt später sogar die Reinigung mit Wasser unter Zugabe von Hygienereiniger und die sanfte Bearbeitung mit einer Bürste aus Naturborsten. In der Regel handelt es sich bei Farben der Klasse 1 und 2 um Latex-Farben, auch gerne als Feuchtraum-Farbe bezeichnet. Die Wertigkeit dieser Farben zeichnet sich dadurch aus, dass sie wasserabweisend und sehr strapazierfähig sind. Dennoch sind Latex-Farben diffusionsfähig - die Wände werden also mit der Farbe nicht versiegelt, eine "Atmung" findet durchaus statt. 

Klasse 2

  • Nassabriebbeständigkeit auf dem Etikett
    zur Bildreihe
    © diybook | Das Etikett informiert über den konkreten Grad der Nassabriebbeständigkeit, in diesem Fall die Klasse 2. Die Farbe wäre also…
<>

Farbe mit der Nassabriebklasse 2 entspricht der alten Klassifizierung "scheuerbeständig nach DIN 53778" und ist ebenfalls von hoher Qualität. Wie die Klasse 1 eignet sich auch die Klasse 2 perfekt für die Verwendung in Feuchträumen wie Bädern und Küchen. Eine Reinigung mittels einer Naturbürste unter Zugabe von Neutralreiniger ist hier ohne Weiteres möglich.

Klasse 3

  • Beständigkeit der Klasse 3
    zur Bildreihe
    © diybook | Auf diesem Etikett sind die Angaben etwas anders sortiert, trotzdem finden sich auch hier alle wichtigen Informationen. Die…
<>

Diese Klasse entspricht der am häufigsten verwendeten Farbe. "Waschbeständig nach DIN 53 778" lautete ihre frühere Bezeichnung, sie ist für Räume mit normaler Beanspruchung bestens geeignet. Eine Reinigung mit einem neutralen Reinigungsmittel ist mittels eines Tuches problemlos möglich. Einfach überstrichen werden kann die Klasse 3 mit Dispersionsfarben der Klassen 2 und 3. Wird unbedingt die Klasse 1 zum Überstreichen gewünscht, sollte vorher die Farbhaftung in einer unauffälligen Ecke getestet werden. Am besten wird dazu die Farbe der Klasse 1 über einer Stoßkante aufgetragen. Nach dem Trocknen wird mit einem feuchten Tuch über die Stelle gerieben. Zeigt das Tuch keine farbliche Veränderung, kann die Wand mit der Klasse 1-Farbe überstrichen werden. 

Klasse 4

Manche Räume werden nur leicht beansprucht, beispielsweise das Gästezimmer oder manchmal sogar die gute Stube. Dann kommen Farben der Klasse 4 zum Einsatz. Aber auch für Decken ist diese Klasse geeignet. Früher stand die Bezeichnung "waschbeständig" auf dem Etikett, und zwar ohne die DIN-Nummer. Wird ein Raum mit einer Farbe dieser Nassabriebklasse gestrichen, können Flecken mit einem feuchten Tuch ohne Reinigungsmittel und mit leichtem Druck entfernt werden. 

Klasse 5

Mit der Klasse 5 sollten wirklich nur Räume gestrichen werden, die kaum einer Beanspruchung ausgesetzt sind. Eine DIN-Nummer gab es früher für diese Klasse nicht, sie wurde als "wischbeständig" bezeichnet. Allerdings verträgt diese Klasse kaum eine Reinigung und eignet sich daher vielleicht für den Keller oder die Garage, sofern es nicht stört, wenn sich hier und da ein Fleck breitmacht. Es wird schwer, eine Wand, die mit der Klasse 5 gestrichen wurde, mit einer höherwertigen Farbe, etwa der Klasse 1 oder 2 zu überstreichen. Die Haftungsfähigkeit der trockenen Farbe auf dem Untergrund ist nicht allzu ausgeprägt, deswegen ist es fraglich, ob eine schwere und dickflüssige Farbe noch auf der "alten" Farbe haften bleibt. 

Zusammenfassung

Als Fazit lässt sich feststellen, dass es durchaus Sinn macht, sich mit den einzelnen Nassabriebklassen zu beschäftigen. Die Klasse entscheidet oft schon Im Voraus darüber, wie sich die Wandfarbe im alltäglichen Leben bewähren wird. Wie schnell passiert es, dass ein Fleck auf der Wand landet! Da wäre es sehr ärgerlich, wenn dieser nicht schnell beseitigt werden könnte. Die Klassen der Nassabriebbeständigkeit zu kennen, hilft dabei, dieses Dilemma von Anfang an zu vermeiden.

Das Angebot an Wandfarbe in den Baumärkten scheint riesig. Ein nur schneller Blick auf das Etikett hilft dabei oft nicht, Klarheit über die Eigenschaften der Wandfarbe zu bekommen. Deckvermögen und Glanzgrad mögen noch selbsterklärend sein, doch spätestens mit dem Begriff "Nassabriebbeständigkeit" wissen nur noch Wenige etwas anzufangen. Dieser Artikel erklärt, was Nassabriebbeständigkeit ist, und hilft dabei, die richtige Klasse der Nassabriebbeständigkeit für die persönlichen Bedürfnisse zu finden.
  • Vorderseite des Gebindes mit allgemeinen Informationen
    © diybook | Wo finde ich die Angabe zur Nassabriebbeständigkeit? Die Vorderseite des Gebindes bietet nur allgemeine Informationen, die allenfalls bei der groben Suche helfen.
  • Rückseite des Gebindes mit gesuchten Angaben
    © diybook | Für genauere Angaben müssen die Informationen auf der Rückseite des Gebindes konsultiert werden, deutlich erkennbar an der Kennzeichnung DIN/Ö-Norm EN 13 300.
  • Nassabriebbeständigkeit auf dem Etikett
    © diybook | Das Etikett informiert über den konkreten Grad der Nassabriebbeständigkeit, in diesem Fall die Klasse 2. Die Farbe wäre also auch nach der alten Klassifizierung schon scheuerbeständig.
  • Beständigkeit der Klasse 3
    © diybook | Auf diesem Etikett sind die Angaben etwas anders sortiert, trotzdem finden sich auch hier alle wichtigen Informationen. Die Farbe ist mit Klasse 3 als waschbeständig ausgegeben, der am häufigsten verwendeten Nassabriebbeständigkeit.
<>
Danke fürs Bewerten 
Bitte bewerte den Artikel und unterstütze uns indem Du den Artikel mit Deinen Freunden teilst.

Verwandte Anleitungen

Neuen Kommentar schreiben

Plain text

  • Keine HTML-Tags erlaubt.
  • HTML - Zeilenumbrüche und Absätze werden automatisch erzeugt.
  • Internet- und E-Mail-Adressen werden automatisch umgewandelt.
CAPTCHA
Diese Sicherheitsfrage überprüft, ob Sie ein menschlicher Besucher sind und verhindert automatisches Spamming.