Mähroboter: Unterwegs mit den fleißigen Gartenhelfern

Mähroboter im Einsatz
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Aktualisiert am 15.06.2016
Mähroboter – das klingt zunächst einmal nach den Schafen des digitalen Zeitalters. Und tatsächlich ist dieses Bild nicht so weit von der Wahrheit entfernt. Denn genau wie ein Schaf, das – einmal im Garten ausgesetzt – eigenständig seiner Beschäftigung nachgeht und dabei praktischerweise den Rasen kurz hält, arbeitet auch der Mähroboter unermüdlich und ohne Aufsicht. Sein einziges Ziel: der perfekte Rasen! Was ein Mähroboter kann, was er nicht kann und was er vielleicht mit etwas menschlichem Beistand doch noch lernt, haben wir in diesem Artikel zusammengefasst.

Kleine Geschichte der Mähroboter

  • Rasenmäher im Miniformat
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    © IDN | Auf den ersten Blick wirkt der Vergleich etwas unfair. Aber tatsächlich haben die kleinen Mähroboter gegenüber ihren großen…
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Schon über 20 Jahre ist es her, seit im Jahre 1995 der erste Mähroboter der schwedischen Firma Husqvarna seinen Betrieb aufnahm. Und seitdem ist viel geschehen – sollte man glauben. Tatsächlich aber geben sich die kleinen Gartenhelfer aus technischer Sicht eher konservativ. Schon wenige Jahre nach dem Start in die Ära der Mähroboter wurden Verfahrensweisen entwickelt, mittels derer die Geräte selbsttätig eine Ladestation ansteuern können, wenn ihnen die Energie ausgeht. Doch darüber hinaus sind nur wenige technologische Innovationen zu verzeichnen.

Das mag auch mit dem Preis zusammenhängen. Denn erst im Verlauf der letzten Jahre haben sich Mährobotor in Preisklassen eingerichtet, die sie auch für einfache Hobby-Gärtner interessant machen. Das Spektrum fächert sich allerdings stark. Denn noch heute können Spitzenmodelle bis zu 4000 Euro kosten. In preislichen Regionen, die die Marke von 2000 Euro überschreiten, finden sich dann auch die gewünschten technischen Innovationen. Doch das nützt nur den wenigsten. Was also können die günstigeren, sozusagen die Alltagsmodelle der Mähroboter genauso gut leisten wie ihre teuren Verwandten?

Funktionsweise

  • Entspannen beim Rasenmähen
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    © IDN | Während der Mähroboter seiner Arbeit nachgeht und den Rasen kurz hält, können Hobby-Gärtner getrost die Füße baumeln lassen. Oder…
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Vorab muss gesagt werden: Wenn von günstigen Mährobotern die Rede ist, sind damit Modelle gemeint, die zwischen 800 und 1200 Euro kosten. Ein wirkliches Schnäppchen sind die kleinen Rasenroboter also nicht. Was aber können Mähroboter leisten, das eine solche Investition rechtfertigt? Da fallen auf Anhieb zwei Argumente ein: Zum einen stecken Mähroboter voller Technik, die ihnen einen gänzlich autonomen Betrieb erlaubt. Zum anderen sind sie einfach furchtbar praktisch! Im Zusammenhang mit Mährobotern könnte das Motto lauten: Füße hochlegen und einfach mal machen lassen! Anederseits ließe sich die eingesparte Zeit aber auch für andere Aufgaben verwenden. Und das hat ja heutzutage seinen ganz eigenen Wert.

Mähroboter lassen sich so programmieren, dass sie zu bestimmten Tageszeiten ihre Basis-Station, die sogenannte Docking Station, verlassen und selbsttätig damit beginnen, den Rasen zu mähen. Dazu verfügen sie an der Unterseite über schmale Klingen, die eher an Rasiermesser erinnern als an ein traditionelles Mähwerk. Das Gras wird also geschnitten und nicht abgeschlagen. Je nach Modell werden die Messer erst im laufenden Betrieb vollständig ausgefahren, so dass das Gerät im Ruhemodus keine ernste Gefahr darstellt. Der Mähroboter arbeitet sich entweder per Zufallsprinzip oder in geometrischen Bahnen über den Rasen. Eine systematische Kartierung der Rasenfläche führen bislang erst wenige, mit GPS ausgestattete Modelle durch.

Grenzkontrolle

  • Mähroboter arbeitet in engen Grenzen
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    © K. Thalhofer | Die kleinen Gartenhelfer erkennen ihre Grenzen, wenn diese vorher durch einen Begrenzungsdraht markiert wurden. Sie kehren…
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Damit der Mähroboter seine Arbeit nicht irgendwann auf Nachbars Grundstück fortsetzt, im Gartenteich versinkt oder die Blumenrabatten rasiert, müssen ihm klare Grenzen gesetzt werden. Das geschieht mit Hilfe eines Begrenzungsdrahts, auch Induktionsschleife genannt. Der Draht muss vor dem Erstbetrieb von der Docking Station aus durch den Garten verlegt werden, und zwar so, dass er alle Hindernisse ausgrenzt, die der Roboter nicht befahren soll. Der Draht wird also entlang der Außengrenzen verlegt, muss aber auch Beete und andere Hindernisse einfassen. Der Draht endet schließlich wieder in der Dockingstation. Im laufenden Betrieb laufen Strom-Impulse durch den Draht, die dem Mäher sagen, wo er umkehren muss.

Befestigen lässt sich der Draht direkt an der Oberfläche mit Rasennägeln. Um das Gartenbild harmonischer zu gestalten, lässt er sich aber auch unterirdisch verlegen – in Tiefen zwischen 1 und 10 cm. Es muss aber nicht jedes Hindernis eingefasst werden. Gegenstände wie Mauersockeln oder Wände, die über das Gerät hinausragen, erfasst der Mähroboter automatisch und kehrt auf der Stelle um. Doch Vorsicht! Die meisten Modelle verfügen bis heute nur über Stoßsensoren, d.h. Hindernisse werden durch Anfahren erfasst. Da dies von Modell zu Modell mal mehr, mal weniger herzhaft geschieht, sollten aufragende Gegenstände nicht stoßempfindlich sein.

Einstellungssache

  • Notfallschalter am Mähroboter
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    © markobe | Mähroboter verfügen im Idealfall an prominenter Stelle über einen Notfallschalter, mit dem sich der Betrieb sofort einstellen…
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Aufgrund ihrer Klingenkonstellation sind Mähroboter selten in der Lage, höherstehendes Gras zu schneiden. Theoretisch ist das ohnehin nicht zu empfehlen, da ein unregelmäßiges, radikales Abmähen die Graspflanzen bedeutend schwächt. Der Mähroboter geht also anders vor, indem er mehrmals pro Woche, bisweilen auch täglich seiner Arbeit nachgeht und dabei jeweils immer nur wenige Millimeter abträgt. Das hat außerdem den Vorteil, dass die Mahd nicht gesammelt werden muss, sondern gleich weiter zerkleinert und wieder auf dem Rasen verteilt wird, wo sie dann relativ schnell vergeht. Die darin gespeicherten Nährstoffe bleiben dem Rasen erhalten. Mähroboter gehören somit der Klasse der Mulchmäher an.

Die genaue Schnitthöhe lässt sich in der Regel um einige Zentimeter variieren und somit den eigenen Wünschen anpassen. Einige Modelle verfügen dazu über einen Stellknopf auf der Oberseite, der eine bequeme Handhabung erlaubt. Die weniger komfortable Alternative sieht vor, dass die Schnitthöhe direkt an den Klingen mit einem Schraubenschlüssel eingestellt wird. Für den Fall, dass der Mähroboter Gegenstände überfährt oder seinen Arbeitsbereich verlässt, gibt es auch einen Not-Aus-Schalter, der im besten Falle groß und gut erreichbar an der Oberseite sitzt.

Leistungsmerkmale

  • Rasenroboter fährt aus der Docking Station
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    © IDN | Wenn der Rasenroboter seine Arbeit bis zur Erschöpfung verrichtet hat, kehrt er in seine Docking Station zurück, um sich wieder…
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Die Leistung eines Mähroboters lässt sich daran bemessen, wie schnell und gründlich er seiner Arbeit nachkommt. Dazu gibt es zwei Orientierungsmerkmale. Das eine Kriterium ist die Rasenfläche, die mit einer Akkuladung befahren werden kann. Denn dieser Wert besagt im Grunde, wie lange das Gerät ohne Unterbrechung arbeiten kann. Warum dieser Faktor nicht zu unterschätzen ist, wird schnell deutlich, wenn man sich vor Augen hält, dass ein Aufladezyklus je nach verwendeter Akku-Technologie mehrere Stunden bis zu einem halben Tag und mehr dauern kann. Einige exklusive Geräte verfügen daher zusätzlich über Solarzellen, die die Aufladezeit wesentlich verkürzen können.

Das andere Leistungskriterium besteht in der Schnittbreite. Die meisten Rasenroboter arbeiten mir nur einer Klingenspur und liegen damit meist bei knapp über 20 cm. Teurere Einheiten arbeiten dagegen auch mit zwei parallelen Spuren und erreichen so eine Schnittbreite von über 50 cm. Das ist schon deswegen vorteilhaft, weil auf diese Weise mit nur einem Durchgang wesentlich mehr Rasenfläche erfasst wird. Außerdem sollte auch die Motorleistung nicht ganz außer Acht gelassen werden. Denn längst nicht jeder Mähroboter kommt mit Steigungen zurecht. Gute Modelle überwinden auch Hanglagen. Drehen können hier allerdings die wenigsten.

Fazit

  • Perfekt gepflegter Rasen dank Mähroboter
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    © Daniel Nimmervoll | Durch regelmäßiges und schonendes Rasentrimmen schaffen es Mähroboter, dass der Rasen besonders dicht und gepflegt…
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Gerne möchte man abschließend schreiben, dass Mähroboter für wenig Geld außerordentlich viel leisten. Doch wirklich günstig sind die kleinen Gartenhelfer leider noch nicht. Leisten können sie natürlich trotzdem eine ganze Menge. In höheren Preisklassen finden sich dann auch so wünschenswerte Extras wie GPS und Ultraschall- statt Stoßsensoren. Glücklicherweise ist eine App-Unterstützung, über die eine sinnvolle Einbindung des Geräts in die hauseigene Smart-Home-Anlage erlaubt wird, mittlerweile schon weit verbreitet. So lässt sich die Programmierung feiner einstellen und zu jeder Zeit an jedem Ort ändern.

Doch selbst in der Vielfalt der alltagstauglichen Mähroboter-Modelle finden sich schon teils erhebliche Unterschiede in Sachen Komfort, Schnittbreite, Leistung oder Sicherheit. Auch die Lautstärke stellt hier ein wichtiges Kriterium dar, wenn bedacht wird, dass viele Geräte die meiste Zeit des Tages den Garten durchkreuzen. Worauf genau hier zu achten ist und welche Modelle sich dabei besonders hervortun, klären wir in unserem Mähroboter-Vergleich.

Mähroboter – das klingt zunächst einmal nach den Schafen des digitalen Zeitalters. Und tatsächlich ist dieses Bild nicht so weit von der Wahrheit entfernt. Denn genau wie ein Schaf, das – einmal im Garten ausgesetzt – eigenständig seiner Beschäftigung nachgeht und dabei praktischerweise den Rasen kurz hält, arbeitet auch der Mähroboter unermüdlich und ohne Aufsicht. Sein einziges Ziel: der perfekte Rasen! Was ein Mähroboter kann, was er nicht kann und was er vielleicht mit etwas menschlichem Beistand doch noch lernt, haben wir in diesem Artikel zusammengefasst.
  • Rasenmäher im Miniformat
    © IDN | Auf den ersten Blick wirkt der Vergleich etwas unfair. Aber tatsächlich haben die kleinen Mähroboter gegenüber ihren großen Verwandten einige Vorteile zu bieten. Einer davon: Selber mähen war gestern! Mähen lassen, lautet die Devise.
  • Entspannen beim Rasenmähen
    © IDN | Während der Mähroboter seiner Arbeit nachgeht und den Rasen kurz hält, können Hobby-Gärtner getrost die Füße baumeln lassen. Oder sie nutzen die Zeit, um andere wichtige Aufgaben zu erledigen. Ein echter Zugewinn also!
  • Mähroboter arbeitet in engen Grenzen
    © K. Thalhofer | Die kleinen Gartenhelfer erkennen ihre Grenzen, wenn diese vorher durch einen Begrenzungsdraht markiert wurden. Sie kehren dann automatisch um und machen woanders weiter. Sollen sie dennoch etwa eine Steinfläche überqueren, um das nächste Rasenstück zu erreichen, lässt sich dazu auch ein Führungskabel verlegen.
  • Notfallschalter am Mähroboter
    © markobe | Mähroboter verfügen im Idealfall an prominenter Stelle über einen Notfallschalter, mit dem sich der Betrieb sofort einstellen lässt. Das ist eine wertvolle Absicherung, falls der Roboter einmal Gegenstände erfasst. Manche Geräte führen diesen Schalter jedoch an der Programmkonsole, wo er nicht immer auf Anhieb zu erreichen ist.
  • Rasenroboter fährt aus der Docking Station
    © IDN | Wenn der Rasenroboter seine Arbeit bis zur Erschöpfung verrichtet hat, kehrt er in seine Docking Station zurück, um sich wieder aufzuladen. Manche dieser Basis-Stationen sind gegen Wind und Wetter überdacht. Einige andere Modelle können immerhin noch mit einer Überdachung nachgerüstet werden.
  • Perfekt gepflegter Rasen dank Mähroboter
    © Daniel Nimmervoll | Durch regelmäßiges und schonendes Rasentrimmen schaffen es Mähroboter, dass der Rasen besonders dicht und gepflegt wirkt. Das haben alle Geräte gemeinsam. Aber genauso, wie nach oben hin der Preis offen ist, lassen sich auch viele weitere Extras, wie z.B. GPS und Ultraschallsensoren, in hochwertigen Geräten finden.
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