Grundriss: Schritt für Schritt zum cleveren Grundriss

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Aktualisiert am 19.07.2021
Auf dem Weg zum Traumhaus wartet der Grundriss mit all seinen Herausforderungen auf jeden Hausbauer. Da es nicht den einen idealen Grundriss gibt, ist es sinnvoll, selbst Hand anzulegen. Mit diesen acht Schritten kommt jeder Häuslebauer zum individuellen Grundriss.

Schritt 1: Bebauungsplan beachten

Ein konkreter Grundriss lässt sich erst mit dem Grundstück planen. Jedes Grundstück in Deutschland hat einen Bebauungsplan und dieser gibt den eigenen Träumen an mancher Stelle konkrete Grenzen. Dort gibt es Vorgaben zur:

  • Dachform
  • Dachhöhe
  • Geschosszahl
  • Abstand zu Nachbarn
  • teilweise Fassade

Wer ein Carport und ähnliches plant, sollte direkt darauf achten, dass er den Mindestabstand zum Nachbarn nach Landesgesetz wie hier beispielsweise für Nordrhein-Westfalen einhält.

Schritt 2: Ausrichtungen optimieren

Durch die Lage des Grundstücks an der Straße gibt es zumindest beim Eingang wenig Spielraum. Für einen optimalen Grundriss sollte jedoch geschaut werden, wo der Süden ist. Idealerweise sind wichtige Gemeinschaftsräume des Hauses wie das Wohnzimmer oder der Essbereich nach Süden hin ausgerichtet.

Bei bestimmten Bauformen wie einem Passivhaus oder dem Wunsch nach einer Solaranlage sollte die Ausrichtung des Daches bedacht werden.

Schritt 3: Individuellen Bedarf einplanen

Der ideale Grundriss für eine Familie mit drei Kindern unterscheidet sich bereits von dem idealen Grundriss für die Familie mit einem Kind und ebenso vom Grundriss für ein kinderloses Paar. Hobbys und Gewohnheiten verändern den individuellen Grundriss ebenfalls. Bei diesem Schritt ist es wichtig, sich mit allen Familienmitgliedern, ihren Gewohnheiten, Bedürfnissen und den Tagesabläufen auseinanderzusetzen. Zentrale Fragen sind:

  • Wie sehen die konkreten Tagesabläufe der einzelnen Familienmitglieder aus?
  • Wie viel Rückzugsmöglichkeiten brauchen wir?
  • Wie viel Platz brauchen wir im Eingangsbereich?
  • Haben wir gerne viel Besuch und wie können wir das einplanen?
  • Welche Wege werden viel genutzt?
  • Wie verbringen wir unsere gemeinsame Zeit?
  • Haben wir einen Hobbygärtner oder Matschkönige in der Familie – wie sieht es mit einem direkten Zugang zum Garten mit kleiner Waschgelegenheit aus?

Wer sich bereits bei der Grundrissplanung mit diesen Fragen auseinandersetzt, findet Lösungen bevor Konflikte entstehen. Sinnvoll kann ein Blick auf Konflikte im aktuellen Zuhause sein – was sorgt für Stress? Müssen so alle Familienmitglieder für eine Zeit zur gleichen Zeit ins Badezimmer, ist es sinnvoll ein zweites Badezimmer einzuplanen oder zumindest eine separate Toilette. Wer gerne kocht -vielleicht auch noch gemeinsam – braucht eine größere Küche als ein eher pragmatischer Koch. Ein Gastgeber aus Leidenschaft benötigt Platz für seine Gäste.

Auch die Arbeitssituation spielt eine Rolle. Wer ein Arbeitszimmer benötigt, sollte sich genau überlegen, wo es taktisch am klügsten liegt. Viele klassische Grundrisse planen es im Erdgeschoss neben den Gemeinschaftsräumen. Herrscht in diesen viel Trubel, kann das beim konzentrierten Arbeiten stören und ein Arbeitszimmer unter dem Dach wäre die bessere Entscheidung.

 

Schritt 4: Inspirationen suchen

Wer am eigenen Grundriss arbeitet, sollte sich Grundrisse von Profis anschauen. Kataloge, Hausbesichtigungen oder Bautagebücher – hier finden sich unterschiedliche Haustypen mit kreativen Lösungen für Herausforderungen. Hierdurch lassen sich bessere Lösungen beispielsweise für eine Hanglage oder die perfekte Aufteilung bei der Hausbau Planung finden.

Schritt 5: Einschränken

Die meisten Menschen überschätzen beim Erstellen eines Grundrisses den eigenen Bedarf. Hierdurch entstehen oft bereits beim Fundament und den weiteren Arbeiten sehr hohe Kosten. Wer sich hier beschränkt, kann bei den Materialien hochwertiger planen.

Experten raten zu einem offenen Grundriss mit wenigen Innenwänden und Türen sowie einer smarten Raumaufteilung. Diese sind besser zu planen und lassen sich deutlich günstiger umsetzen.

Außerdem sollte an die Zukunft gedacht werden. Wenn sich der Grundriss an die unterschiedlichen Lebensphasen anpassen lässt, bleibt das Wohnen länger schön.

Extra-Tipp: Kleinere Räume entwickeln mit entsprechenden Farben und genügend Stauraum eine perfekte Wirkung. 

Schritt 6: Natürliches Licht nutzen

  • pixabay.com © CocoParisienne (CCO Creative Commons) | Die Terrasse gehört auch in den Grundriss.
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In einem hellen Haus fühlen sich Menschen wohler. Menschen halten sich vermehrt in den Innenräumen auf und hierfür sind die Fensterflächen in Deutschland in der Regel noch immer zu klein. Gemeinschaftsräume brauchen besonders viel Licht und dementsprechend Fenster in Südrichtung. Das Badezimmer kann ruhig im Norden ein Fenster haben und das Schlafzimmer im Osten. Auch Kinderzimmer entfalten in hell eine andere Anziehungskraft für die kleinen Abenteurer als ohne viele Fenster. Ebenso wichtig: Fenster beziehungsweise natürliche Lichtquellen für den Flur.

Schritt 7: Stauraum planen

Wer ohne Keller- und Dachgeschoss baut, sollte bei der Grundrissplanung darauf achten, wo was verstaut wird. So ist ein Raum für technische Geräte und Haustechnik notwendig. Dieser lässt sich beispielsweise mit einem Hauswirtschaftsraum perfekt verbinden. Hier finden eine Waschmaschine, ein Wäschetrockner und Vorratsregale Platz. Der Raum sollte keineswegs zu groß geplant werden, denn sonst sammeln sich hier immer mehr Dinge an.

Ähnliches gilt für Räume wie ein Gästezimmer. Diese werden gerne als Stauraum genutzt und Aussortiertes und abgebaute Möbel rasch dorthin geräumt, bis das Gästezimmer als solches nicht mehr nutzbar ist. Wer vorab für alles einen Platz im Grundriss plant, vermeidet das Entstehen von Rumpelecken. Beim Aussortieren ist es die eigene Disziplin, die verhindert, dass sich zu viel Aussortiertes im Haus befindet. Aufräum-Experten raten dazu, sich eine Frist von zwei Wochen zu setzen, um Sachen zu verschenken und zu spenden. Danach wird der Sperrmüll angemeldet.

Schritt 8: Leitungen clever planen

Bei der Grundrissplanung spielen die Leitungen eine Rolle. Hier lässt sich schnell viel Geld sparen oder unnötig ausgeben. Sinnvoll ist es zum Beispiel die Wasserleitungen im Haus übereinander zu planen. So würden Räume mit Wasseranschluss in einem idealen Grundriss beieinander und übereinander liegen.

Auch die Anzahl der Heizkörper und Steckdosen gehört in diese Planungsphase. Welche Anschlüsse sind in welchem Zimmer notwendig und wo sollten sie platziert sein?

Schritt 9: Raum für Raum

Über dem großen Ganzen geht manchmal der einzelne Raum verloren. In diesem Schritt wird deswegen jeder Raum für sich noch einmal überprüft.

  • Bietet er genug Platz?
  • Ist er auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnitten?
  • Lassen sich die Möbel gut stellen?

Extra-Tipp: Für die ersten Schritte in der Grundrissplanung braucht es nicht mehr als Millimeterpapier, Lineal und einen Bleistift. Insbesondere bei Küche und Bad empfiehlt sich im Anschluss das Nutzen besonderer Planungstools.

 

Bilder:
Abbildung 1: pixabay.com © Maria Saunders (CCO Creative Commons)
Abbildung 2: pixabay.com © CocoParisienne (CCO Creative Commons)

 

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