Heimwerken 2018: Die wichtigsten Trends für Sommer und Herbst

Die Heimwerker-Trends 2018
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Die Frühjahrsmüdigkeit schon überwunden? Rings ums Haus und im Garten alle Schäden beseitigt, die der Winter so angerichtet hat? Super! Dann können wir uns den weitaus schöneren Seiten des Heimwerkens widmen, der Kür sozusagen. Doch es soll nicht irgendwas sein. Also zeigen wir nun, was in diesem Sommer und Herbst zwischen Eigenbau-Möbeln und Wandfarbe alles besonders angesagt sein wird. Wir stellen die Heimwerker-Trends 2018 vor!

1. Ausgetobt im Badezimmer

  • Waschbecken aus Naturstein
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    © galaganov | Definitiv im Trend: Naturstein-Waschbecken wirken wesentlich schwieriger, als sie es sind. Wirklich knifflig ist nur die…
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Waschbecken anschrauben, Duschtasse setzen, Armaturen befestigen und anschließen. Das sind Arbeiten, die Heimwerker schon seit jeher alleine erledigen. 2018 kommt jedoch noch etwas anderes vollends zum Tragen: Diese Dinge werden je nach Möglichkeit nicht mehr gekauft, sondern selbst gefertigt. Ein selbstgemachtes Waschbecken? Ganz recht! Und das beste daran ist: Man muss sich weder an Abmessungs- noch Materialvorgaben halten. Erlaubt ist, was gefällt.

  • Wer Holz mag und es gerne bearbeitet, besorgt sich einen passenden Klotz und fräst, sägt, dremelt die Waschbecken-Vertiefung heraus. Mit einer robusten Klarlack-Schicht wird daraus ein über Jahre hinweg wasserfestes Becken.
  • Wer eher zu Kühlerem tendiert, beginnt mit einer Edelstahl-Schüssel, auf deren Außenseite er 20 mm lange „Stacheln“ aus rostfreien Nägeln aufschweißt. Diese dienen als haltendes Grundgerüst, um die Außenseite mit Beton zu verkleiden. Dieser wird dann je nach Gusto entweder geglättet oder mit einer natursteinartigen Oberfläche verziert. Vorher nicht vergessen: In den Schüsselboden muss ein Abflussloch gebohrt werden.
  • Wer den Steinmetz in sich erwecken möchte, kann sogar ein Waschbecken aus einem Stein herausformen.

Der Trendgipfel ist jedoch erst dann erklommen, wenn man seine Beton-Fähigkeiten wirklich aufs Feinste geschliffen hat. Dann nämlich werden Dinge möglich, die hierzulande als Designerstücke nicht für unter tausend Euro den Besitzer wechseln. Eine selbstgegossene Beton-Badewanne? Ja das geht; wenngleich man vorher definitiv die Statikpläne seines Hauses konsultieren sollte.

2. Dschungelig bunt im Wohnbereich

  • Altes Holz neu verwenden
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    © svl861 | Wiederverwertung: Bei Reclaimed Wood ist der alterspatinierte Look das Maß aller Dinge. Hobel und Schleifer sollten am besten…
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Im DIY-Bereich sind viele Trends eher langlebiger Natur. Die große Ausnahme: Farben! Hier wechseln die Trends mit einer ähnlichen Frequenz wie im Modebereich. Doch was gehört 2018 denn definitiv dazu?

Eine der Strömungen, die sich zwar schon im vergangenen Jahr abzeichneten und sich anschickten, den Industrial-Trend abzulösen, erwächst jetzt zu voller Blüte: Urban Jungle. Also das Verwandeln seines Innenraumes in einen wilden, naturverbundenen Rückzugsort. Los geht es, indem die Wände in einem satt-waldigen Grün gestrichen werden. Dann wird entweder braunes Laminat, Kork oder ein anderer Bodenbelag in dieser Farbe verlegt. Um den Übergang zur Wand hinzubekommen, müssen auch die Sockelleisten integriert werden. Hier empfehlen sich entweder Beige- oder Brauntöne. Und die Leisten sollten auch nicht zu niedrig sein: 50 mm Höhe sind das Mindestmaß.

Ist das getan, kommt die Einrichtung dran. Wer die Möbelhaus-Lösung bevorzugt, geht dazu einfach in Richtung Kolonial-Stil mit viel dunklem Holz und Leder. Wer selbst loslegen möchte, kann sich erst mal an Basics wie Baumscheiben-Beistelltischen und Naturholz-Regalen versuchen.

Ist das alles getan, gehört es aber natürlich auch zu Urban Jungle, neben dem DIY’ler auch seinen inneren Gärtner zu erwecken. Das bedeutet: Pflanzen müssen in den Innenraum. Auch hier ist wiederum alles erlaubt, was gefällt. Und wer auf Rankendes steht, kann diese Bestrebungen durch Sisal-Schaukeln an der Decke oder grobe Hanfseile noch unterstützen.

3. Adieu, Palette

Freunde des wohl größten Heimwerker-Booms der vergangenen Jahre müssen jetzt stark sein. Denn die Ära der Palettenmöbel neigt sich unaufhörlich ihrem Ende entgegen. Vielleicht auch ganz gut so, denn was mit einfachen Gartentischen und Outdoor-Bänken begonnen hatte, wurde irgendwann einfach zu viel. Unbequeme Paletten-Betten und Sofas, die nur nach Rohbau aussahen, trugen viel dazu bei. 

Aber auch bei diesem Trend gilt: Trauere nicht, weil es vorbei ist, sondern freue dich, dass es passierte. Vor allem deshalb, weil das Paletten-Ende auch bedeutet, dass man sich als Heimwerker wieder weg von den doch ungewohnt starren Vorgaben der Transport-Unterlagen bewegen kann. Und: Wer es schaffte, aus Paletten Möbel zu bauen, bekommt das auch mit sämtlichen anderen Hölzern hin, die die Baumarkt-Welt vorrätig hält. Neben den im vorherigen Kapitel erwähnten Baumscheiben-Tischen bieten sich dazu an:

  • Der Post-Industrial-Tisch aus Brettern und Wasserrohren
  • Das schwebende Bett mit einer unsichtbaren Unterkonstruktion
  • Das fix zusammengebaute Bücherregal aus altem Holz

Altes Holz ist übrigens das Stichwort, das der nächste Post-Paletten-Trend zu werden verspricht. Unter dem Begriff „Reclaimed Wood“ werden in den USA schon seit Jahren alte, vom Zahn der Zeit angenagte Bretter verwendet, um daraus alles Mögliche zu machen. Wer also alte Zäune, Stalltüren und Ähnliches bekommen kann, sollte sie nicht einfach zu Ofenholz zersägen, sondern den faszinierenden Look, den nur die Jahrzehnte erzeugen können, zu seinem Nutzen einsetzen.

4. Natur pur im Garten

  • Wild wachsende Naturwiese
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    © goldbany | Naturwiesen machen weitaus weniger Arbeit, sehen dafür aber unheimlich fröhlich aus. Außerdem sind sie ein wichtiger…
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Ein gewaltiger Trend zeichnete sich schon in den vergangenen Jahren deshalb ab, weil selbst Discounter bereits Insektenhotels in den Angeboten hatten. Unterstützt durch viele Medienberichte hat sich mittlerweile ein breites Bewusstsein dafür herausgebildet, dass unsere oft so schicken Gärten ihren Teil dazu beitragen, dass sich von Biene bis Maulwurf weder Pflanzen noch Tiere so richtig heimisch darin fühlen. Nun kommt die große Gegenwelle, zurück zur Natur.

Für den Heimwerker hat das vor allem den Vorteil, dass sich 2018 sein Garten-Arbeitsaufwand, großmaßstäblich gesehen, verringert. Was dazugehört:

  • Statt mit der Nagelschere Englischen Rasen zu trimmen, geht der Trend eindeutig in Richtung Naturwiese. Das lässt sich schon dadurch erzielen, dass man einfach viel seltener mäht. Wer es weiter unterstützen will, kauft sich im Gartenmarkt „Naturwiesen-Mischungen“, die Rasensamen mit diversen heimischen Blumen kombinieren. Eine solche Wiese sieht nicht nur schön aus, sondern freut auch die Insektenwelt.
  • Zäune aus Draht oder Holz werden unten nicht bis zum Boden gezogen, sondern enden in ca. 10 cm Höhe. Dadurch stellen sie kein Hindernis mehr für Igel, Siebenschläfer und Co. dar. Alles Tiere, deren Revier wesentlich größer ist als der deutsche Durchschnitts-Garten.
  • Es kommen unverfugte Natursteinmauern zum Einsatz. In deren Zwischenräumen fühlen sich kleine Reptilien, wie etwa Eidechsen, besonders wohl.

Und natürlich darf sich, um den Trend zu unterstützen, auch an der Werkbank kräftig ausgetobt werden. Die erwähnten Insektenhotels etwa muss man nicht kaufen. Die kann man aus Resteholz und -steinen sehr leicht selbst fabrizieren. Der nächste Schritt sind natürlich Vogelhäuser. Allerdings ist es bei denen wichtig, sie sowohl in der für die Vogelart korrekten Höhe anzubringen, wie auch die Eingangstür, das Einflugloch, im richtigen Durchmesser zu bohren.

5. Vintage in der Küche

  • Küche im Fünfziger-Vintage-Stil
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    © James Steidl | Zeitreise: In der guten Küche von 2018 tobt der Rock´n´Roll der Fünfziger Jahre. Und vieles von dem Look lässt sich schon…
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Gerade im Küchenbereich waren die Trends der vergangenen Jahre von zwei Hauptfaktoren bestimmt. Zum einen Hochglanz, der zwar im Möbelhaus immer spektakulär aussieht, in der Realität aber bei jeder Benutzung Fingerabdrücke hinterlässt. Und zum anderen Farben, die ähnlich nüchtern waren wie ein Blick auf einen beliebigen Parkplatz: 50 Shades of Grau, Schwarz, verblasste Holztöne.

Wem das schon seit längerem auf die Nerven ging, darf sich 2018 freuen. Denn Vintage ist zurück! In der Küche zeigt sich das ganz stark beim Rückgriff auf 50er-Jahre-Designs der USA. Das bedeutet also, in Sachen Farben ist kräftiges Rosa nun ebenso erlaubt wie Bananengelb und Türkis. Erzielen lässt sich der Farbwandel ganz einfach, indem man seine bestehenden Fronten abbaut und mit Klebefolien überzieht. Das hat auch den Vorteil, dass die Oberfläche bestens vor Küchendunst und Co. geschützt wird. Und wenn der Trend dereinst abebbt, ist er auch schnell wieder entfernt.

Ist das gemacht, kommt ein weiterer 50s-Rückgriff an die Reihe: der Boden. Wer es einfach möchte, verlegt hier einen farblich passenden Linoleumboden – die dazu notwendigen Schritte unterscheiden sich kaum von denen eines Teppichbodens. Wer jedoch sowieso eine Küchen-Komplettrenovierung plant, kann auch richtig in die Vollen gehen und zum Schwarz-Weiß karierten Schachbrettmuster aus Bodenfliesen greifen.

Die Frühjahrsmüdigkeit schon überwunden? Rings ums Haus und im Garten alle Schäden beseitigt, die der Winter so angerichtet hat? Super! Dann können wir uns den weitaus schöneren Seiten des Heimwerkens widmen, der Kür sozusagen. Doch es soll nicht irgendwas sein. Also zeigen wir nun, was in diesem Sommer und Herbst zwischen Eigenbau-Möbeln und Wandfarbe alles besonders angesagt sein wird. Wir stellen die Heimwerker-Trends 2018 vor!
  • Waschbecken aus Naturstein
    © galaganov | Definitiv im Trend: Naturstein-Waschbecken wirken wesentlich schwieriger, als sie es sind. Wirklich knifflig ist nur die große Abfluss-Bohrung.
  • Altes Holz neu verwenden
    © svl861 | Wiederverwertung: Bei Reclaimed Wood ist der alterspatinierte Look das Maß aller Dinge. Hobel und Schleifer sollten am besten gar nicht eingesetzt werden.
  • Wild wachsende Naturwiese
    © goldbany | Naturwiesen machen weitaus weniger Arbeit, sehen dafür aber unheimlich fröhlich aus. Außerdem sind sie ein wichtiger Lebensraum für zahllose Tiere und besonders Insekten.
  • Küche im Fünfziger-Vintage-Stil
    © James Steidl | Zeitreise: In der guten Küche von 2018 tobt der Rock´n´Roll der Fünfziger Jahre. Und vieles von dem Look lässt sich schon durch einfaches Folieren erzielen.
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