Das heimische Tonstudio selbst gestalten - Tipps und Inspirationen

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Aktualisiert am 25.01.2022
Möchtest Du für Dich in den eigenen vier Wänden ein Tonstudio gestalten, gilt es einige Punkte zu beachten. Wir zeigen Dir, welche Elemente in Deinem Tonstudio Du selbst bauen kannst, welche zugekauft werden müssen und worauf es bei einem eigenen Tonstudio in jedem Fall ankommt. Mit ein wenig Einarbeitung kannst Du Dein eigenes Tonstudio sogar zu relativ günstigen Preisen einrichten und ausgestalten.

Kenne bereits im Vorfeld Dein Budget

Es bringt sehr wenig sich Gedanken über ein eigenes Tonstudio zu machen, wenn Du nicht weißt, wie groß Dein Budget ist. Denn von diesem sind sehr viele Faktoren abhängig. Je größer Dein Budget, umso weniger Gedanken musst Du Dir bei den einzelnen Komponenten machen und umso einfacher lässt sich so ein Projekt umsetzen. Ist das Budget eher begrenzt, kannst Du durch die Eigenarbeit dennoch viel Geld sparen und Dir dennoch ein leistungsstarkes Tonstudio in den eigenen vier Wänden aufbauen. In der allgemeinen Kalkulation gehen wir davon aus, dass Du für ein Budget von rund 1.000 Euro bereits ein sehr gutes und leistungsstarkes Tonstudio bei Dir aufbauen kannst, welches ausreichend Potenzial bietet, um Dein Homerecording auf ein ganz neues Niveau zu heben.

 

Welcher Raum soll es werden? Der Platzbedarf ist entscheidend

Nicht jeder von uns hat bei der Auswahl der Räume viele Möglichkeiten. Häufig sind es vor allem ungenutzte Kinderzimmer, nicht benötigte Büros oder auch Kellerräume, die zum Heimstudio umfunktioniert werden. Wichtig ist zunächst einmal der individuelle Platzbedarf. Wer mehrere Instrumente spielt und diese direkt einspielen möchte benötigt natürlich mehr Platz als ein Sänger, der vor allem seine Stimme aufnehmen möchte. Zum Thema Platz kann man sich vor allem eine Faustregel vor Augen halten:
So groß wie nötig, so klein wie möglich. Denn kleinere Räume sind hinsichtlich des Schallschutzes deutlich besser, was wir im nächsten Schritt berücksichtigen müssen.

 

Den Hall im Raum minimieren - Den passenden Einsatz bedenken

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    @ Adobe Stock / Oleksandr-214757833 | Das Aufnahmemikrofon ist im eigenen Tonstudio unerlässlich und sollte möglichst weit weg von anderen…
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Du kennst sicherlich die Situation, wenn Du in einem großen und leeren Raum stehst, dass der Hall Dir dann besonders laut und intensiv vorkommt. Das ist normal, da die nackten Wände die Schallwellen praktisch ungebrochen zurückwerfen. Nimmst Du nun in einem solchen Raum auf, wird das Ergebnis Dich nicht überzeugen. Denn bei den Aufnahmen wird nicht nur Deine Stimme oder Dein Instrument zu hören sein, sondern eben auch der Schall, der von den Wänden, dem Boden und der Decke zurückgeworfen wird. Zudem muss aber auch der von außen kommende Schall gedämmt werden. Denn auch den Verkehrslärm der Straße vor dem Haus, das Lachen der spielenden Kinder auf dem Hof oder der in der Nachbarschaft bellende Hund können Deine Aufnahme ruinieren.

Daher musst Du Dir gute Konzepte zum Thema Schallschutz überlegen und den Raum optimal abdichten. Schalldämmung und akustische Behandlung sind die ersten Schritte, die Deinen Raum in ein Tonstudio verwandeln. Geht es nur um Stimmaufnahmen kannst Du Dir aber auch in einem kleinen Teil des Raumes eine Sprecherkabine herstellen. Das verschlingt weniger Geld und Zeit und kann genau die richtige Lösung darstellen.

 

Studiomöbel - Was wird benötigt

Hier steht wieder das Budget im Mittelpunkt. Möchtest Du sparen, kann hier ein einfacher Schreibtisch genügen. Oder auch eine an der Wand montierte Arbeitsplatte kann genutzt werden. Doch ein echter Studiotisch bietet erhebliche Vorteile. Vor allem, wenn Du Dein gesamtes Aufnahme-Equipment sauber entkoppeln und flexibel gestalten möchtest. Über Rollcontainer, Monitor-Arme und Keyboard-Stative schaffst Du Platz auf dem Tisch und hast dennoch alle Hilfsmittel flexibel zur Hand. Und glaub uns, den Platz wirst Du brauchen. Denn wer einmal mit dem Homerecording angefangen hat, wird nach und nach das eigene Studio immer mehr erweitern und verbessern.

Die Technik für das heimische Tonstudio - Abstand ist Pflicht

Ein weiterer und besonders wichtiger Punkt ist die Entkopplung der Technik von der eigentlichen Aufnahme. Denn selbst ein leise drehender Lüfter an einem Notebook oder Computer kann auf einer Aufnahme als störendes Nebengeräusch vorhanden sein, wenn leise Passagen aufgenommen werden. Wenn möglich sollte dieser Teil der Technik also so weit wie nur möglich vom Mikrofon entfernt stehen und nach Möglichkeit ebenfalls isoliert sein.

Das richtige Mikrofon - Vom Allrounder bis zu Speziallösungen

Das Mikrophon ist im Tonstudio praktisch die wichtigste Schnittstelle für viele Musiker. Egal ob Du Deine Stimme als Sprecher aufnimmst, als Sänger zu hören sein möchtest oder ob Du über das Mikrofon Instrumente abgreifst, die Qualität spielt hier eine entscheidende Rolle. Und ja, für ein gutes Mikrofon kannst Du verdammt viel Geld ausgeben. Daher hier ein perfekter Einstieg in die Welt der Großmembran-Kondensatormikrofone. Greife zum Klassiker Rode NT1 A, welcher von sehr vielen Tonstudios im Amateurbereich verwendet wird. Dank elastisch gelagerter Nierenkapsel und einem Frequenzbereich von 20 - 20.000 Hz bietet das Mikrofon einen satten und guten Sound auf vielen Ebenen. Zumal Du in der Regel sowohl die zugehörige Mikrofon-Spinne als auch den Popschutz mitgeliefert bekommst.

 

Das passende Audio-Interface - Schnell und leistungsstark

Das richtige Audio-Interface zu finden ist eine große Aufgabe. Vor allem ist es eine Aufgabe, bei der wir nicht umfassend helfen können. Denn der Bedarf hängt zu stark von der Art der Musik und der Menge der benötigten Eingänge, Ausgänge und Effekte ab. Für den Anfang raten wir in jedem Fall zu einem schnellen Audio-Interface mit ausreichender Leistung. Für die meisten Nutzer genügt ein Gerät mit zwei analogen Eingängen und mindestens einem direkten Ausgang für Kopfhörer oder Monitoring.

Midi-Controller und Keyboards - Die zentralen Steuerelemente

Lange Zeit galten analoge Synthesizer und Keyboards als besonders robust und optimal geeignet. Das mag auch noch für professionelle Tonstudios gelten, doch im Amateur-Segment sind mittlerweile MIDI-Controller und digitale Keyboards das Mittel der Wahl. Das spart nicht nur Platz, sondern auch bares Geld und bietet Dir die Möglichkeit virtuelle Instrumente viel einfacher zu nutzen. Hier gilt es die Variante zu finden, mit welcher Du am besten zurechtkommst.

 

Der Computer - Das Zentrum deines heimischen Tonstudios

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    @ Adobe Stock / Gorodenkoff-359003975 | Ohne PC lässt sich auch im Heimstudio nichts bewerkstelligen.
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Der Computer ist der Bereich, an dem Dein Homerecording zusammengeführt wird. Achte bei der Auswahl nicht nur auf eine möglichst gute und leise Kühlung, sondern auch auf die Geschwindigkeit. Wichtige Punkte sind das Zusammenspiel der Festplattengeschwindigkeit, der Prozessorleistung und des Arbeitsspeichers. Denn größere Projekte nehmen nicht nur viel Festplattenspeicher ein, sondern benötigen auch leistungshungrige Plugins, welche die Technik auslasten.

Monitoring im Heimstudio - Die grösse der Lautsprecher muss passen

Möchtest Du in Deinem Studio nicht nur aufnehmen, sondern die Aufnahmen auch Mixen und Mastern, solltest Du die Wiedergabe der Sounds und der Musik optimieren. Das bedeutet, dass Du ein gutes Monitoring in Deinem Studio benötigst. Wichtig ist dabei auf eine lineare Übertragung und möglichst breite Frequenzgänge wertzulegen. Da ein eigenes Tonstudio in der Regel kleiner ausfällt, können sogenannte Nahfeldmonitore verwendet werden. So kannst Du alle Nuancen in Deinen Aufnahmen perfekt hören und bei Bedarf verändern. Die richtige Platzierung der Monitore sorgt zudem dafür, dass Du an Deinem Sitzplatz ein sauberes Stereobild erreichen kannst.

 

Gute Studiokopfhörer sind enorm wichtig

Besonders wichtig ist es, dass Du die Aufnahmen auch direkt und live verfolgen kannst. Daher sind gute Studiokopfhörer besonders wichtig. Diese sollten nach Möglichkeit geschlossen sein und direkt an Dein Audiointerface angeschlossen werden. Denk dabei nicht nur an die Soundqualität, sondern auch an den Tragekomfort. Wenn Du stundenlang an Aufnahmen sitzt und die Kopfhörer bereits nach 20 Minuten drücken, wirst Du nicht lange Freude daran haben.

Fazit: Ein eigenes Tonstudio kannst du dir problemlos einrichten

Alle weiteren Elemente in Deinem neuen Tonstudio sind vor allem im Bereich der Software zu finden. Denn auch hier kannst Du für die unterschiedlichen Einsatzbereiche nochmals viel Geld liegen lassen. Dennoch genügen bereits einfache Lösungen, um mit den ersten Aufnahmen in Deinem eigenen heimischen Tonstudio zu beginnen. Wir hoffen, dass Du viel Spaß mit Deinem Studio haben wirst und die Qualität Deiner Aufnahmen in Zukunft nachhaltig ansteigt.

 

Bildquellen:

Bild 1: @ Adobe Stock / princeoflove-172173581
Bild 2: @ Adobe Stock / Oleksandr-214757833
Bild 3: @ Adobe Stock / Gorodenkoff-359003975

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