Das Dünnbettverfahren - Fliesenverlegetechniken im Überblick

Zahnkelle vor aufgespachteltem Fliesenkleber
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Aktualisiert am 24.06.2015
Das Dünnbettverfahren ist eine vergleichsweise einfache und gut zu kontrollierende Methode, um Fliesen sauber an Oberflächen zu befestigen. Deshalb hat es sich vor allem bei Heimwerkern schnell durchgesetzt. Innerhalb des Dünnbettverfahrens wird aber noch einmal unterschieden zwischen Buttering-Verfahren, Floating-Verfahren und dem Kombinierten Verfahren (Buttering-Floating-Verfahren). Doch was genau wird darunter verstanden?

Das Dünnbettverfahren im Überblick

  • Fliesen legen für Heimwerker mit dem Dünnbett-Verfahren
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    © diybook | Aufgrund seiner unkomplizierten Anwendbarkeit und der vergleichsweise geringen Kosten hat sich das Dünnbettverfahren bei…
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Noch vor einigen Jahrzehnten galt die Dickbettmethode als Maß aller Dinge, um Fliesen mittels Mörtelmasse an Wand und Boden zu befestigen. Doch mit dem Aufkommen von flexiblen Fliesenklebern hat sich die Lage entschieden verändert. Heute wird von Handwerkern, aber besonders auch von Heimwerkern die Fliesenverlegung im Dünnbettverfahren bevorzugt, weil sie schneller zu bearbeiten ist und dabei weniger Materialaufwand erfordert. Einzige, aber wesentliche Voraussetzung: Der Untergrund muss bereits ebenflächig ausgerichtet sein. Denn kleinere Unebenheiten im Untergrund lassen sich nicht mehr wie im Dickbettverfahren ohne Weiteres ausgleichen. Daher ist der vorausgehende Einsatz von Ausgleichsmörtel bzw. Nivelliermasse in den meisten Fällen zwingend erforderlich. Wie das funktioniert, zeigt der Artikel Boden nivellieren - Mit Anleitung zum Erfolg.

Beim Dünnbettverfahren wird der Klebemörtel in der Regel nur in einer weniger als einen halben Zentimeter dicken Schicht aufgetragen. Das Verfahren ist daher bestens für das unkomplizierte Verlegen von Fliesen in Innenbereichen geeignet. Doch auch bei Außenanlagen wird das Dünnbettverfahren zunehmend angewandt. Um den verschiedenen Ausgangsbedingungen und Anforderungen  beim Fliesenlegen dennoch in jedem Fall gerecht zu werden, haben sich drei Vorgehensweisen entwickelt, Fliesen mittels des Dünnbettverfahrens zu verlegen.

Das Floating-Verfahren

  • Fliesenkleber richtig kämmen
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    © diybook | Nach dem Spachteln einer Kontaktschicht und vor dem Verlegen der Fliesen wird der Klebemörtel mit der Zahnkelle durchkämmt. Die…
  • Floating - Dünnbett-Verfahren
    © diybook | Bei der meistverbreiteten Methode zum Verlegen von Fliesen - dem Floating-Verfahren - wird mit dem Fliesenkleber eine…
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Das Floating-Verfahren ist nur eine englische Umschreibung für eine schwimmende Verlegetechnik. Denn die Fliesen schwimmen sozusagen im Klebebett und berühren dabei nicht den Untergrund. MIt dem schwimmenden Verlegen bei Laminat, etc. hat das aber nichts zu tun. Der Klebemörtel wird direkt mit der Zahnkelle oder aber mit einer Glättkelle auf die zu fliesende Oberfläche aufgetragen und anschließend mit Zahnkelle oder Zahnspachtel durchkämmt. Die erforderliche Tiefe der Zahnung richtet sich dabei nicht nur nach der Art des Mörtels (Richtwerte sind auf dem Gebinde angegeben). Vor allem Größe und Ausprägung der Fliesen sind entscheidend. Grundsätzlich erfordern Fliesen mit größeren Kantenlängen und markanterer Profilierung auf der Unterseite auch tiefere Stege im Klebebett. Für Fliesen mit glatter Rückseite und 6-8 mm Dicke werden in der Regel Kammkellen mit 6 mm Zahntiefe verwendet.

Tipp: Über den Daumen gepeilt, sollten die Stege im Kleberbett wenigstens so tief sein, wie die Fliesen dick sind. Keinesfalls jedoch darf die Fliese direkt am Untergrund aufliegen!

  • Fliesen richtig ins Kleberbett geben
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    © diybook | Die Fliesen werden nicht einfach ins Klebebett gelegt. Das würde nicht den nötigen Halt garantieren. Stattdessen wird die Kante…
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Sobald der Fliesenkleber ordnungsgemäß verteilt ist, werden die Fliesen in das frische Kleberbett eingesetzt. Dabei wird die Fliese nicht einfach in den Mörtel gedrückt. Die Fliesenkante wird zunächst an die Kante der zuvor verlegten Fliese angelegt, die Fliese angedrückt und anschließend fort von der zuvor verlegten Fliese auf Fugenbreite ins Klebebett geschoben. Auf diese Weise findet die Fliese immer ordentlichen Halt. Das Floating-Verfahren ist die einfachste Verlegemethode beim Fliesenlegen und kommt im Innenbereich regelmäßig zum Einsatz.

Das Buttering-Verfahren

  • Vermeintliches Buttering einer Fliese
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    © diybook | Auch wenn es zunächst so aussieht: Das direkte Aufkämmen von Fliesenkleber auf die Plattenrückseite ist kein Buttering, sondern…
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Das Buttering ist eigentlich kein eigenes Verfahren, sondern stellt einen Sonderschritt im Dünnbettverfahren dar, bei welcher zusätzlicher Mörtel direkt auf die Unterseite der Fliesen gebracht wird. Das geschieht als Glattstrich oder maximal als Kratzspachtelung mit geringer Zahnung. Da dieser Vorgang dem Bestreichen eines Brotes mit Butter ähnelt, hat sich die entsprechende englische Bezeichnung eingebürgert. Buttering bietet sich z.B. dann an, wenn Fliesen auf der Rückseite eine ausgeprägte Wabenstruktur besitzen und diese vor dem Verlegen verschlossen werden muss. Das Verlegen mit zusätzlichem Buttering der Fliesen ist allerdings auch wesentlich zeitaufwändiger. Denn größere Flächen können so natürlich nicht in einem Zug abgearbeitet werden.

Anders als oft angenommen, handelt es sich nicht um Buttering, wenn der Klebemörtel in normaler Schichtstärke auf die einzelne Fliese gekämmt wird, statt auf den Verlegeuntergrund. Vielmehr wird hier nur das Floating auf eine einzelne Fliese angewandt. Das ist etwa dann hilfreich, wenn eine einzelne Fliese innerhalb einer fertigen Velegung nachträglich ausgewechselt werden muss.

Das Buttering-Floating-Verfahren

  • Floating-Buttering Dünnbett-Verfahren
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  • Fliesen hohlraumfrei verlegen
    © diybook | Vorteil des Kombinierten Verfahrens ist, dass die Fliesen hohlraumfrei auf dem Untergrund verlegt werden. Gerade im…
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Das Buttering-Floating-Verfahren stellt - wie es der Name vermuten lässt - eine Kombination der ersten beiden Techniken des Dünnbettverfahrens dar. Es wird daher auch das Kombinierte Verfahren genannt. Beim Buttering-Floating-Verfahren wird der Mörtel sowohl auf den Untergrund aufgekämmt als auch an der Unterseite der Fliesen glatt verstrichen. Erst dann werden die Fliesen ins Mörtelbett gelegt. Diese Methode ist vorzuziehen, wenn es keine großen Hohlräume unter den Fliesen geben darf, z.B. bei der Verlegung von großformatigen Fliesen und Platten, in mechanisch beanspruchten Bereichen (Garage) oder im Außenbereich. In Letzterem sollte das Buttering-Floating-Verfahren grundsätzlich angewendet werden, insbesondere dann, wenn die Fliesen über ein tiefes Profil verfügen. Mit dem Buttering-Floating-Verfahren werden Hohlräume direkt unter den Fliesen vermieden. Hier kann sich später kein Wasser mehr sammeln und die Fliesen bei Frost absprengen. Doch auch bei erhöhten Belastungen des Bodenbelags ist das Vorgehen sinnvoll.

Hinweis: Normgerecht wird das Verfahren eigentlich in richtiger Reihenfolge der Begriffe als Floating-Buttering bezeichnet. In der Praxis ist dagegen oft vom Buttering-Floating die Rede.

Das Dünnbettverfahren ist eine vergleichsweise einfache und gut zu kontrollierende Methode, um Fliesen sauber an Oberflächen zu befestigen. Deshalb hat es sich vor allem bei Heimwerkern schnell durchgesetzt. Innerhalb des Dünnbettverfahrens wird aber noch einmal unterschieden zwischen Buttering-Verfahren, Floating-Verfahren und dem Kombinierten Verfahren (Buttering-Floating-Verfahren). Doch was genau wird darunter verstanden?
  • Fliesen legen für Heimwerker mit dem Dünnbett-Verfahren
    © diybook | Aufgrund seiner unkomplizierten Anwendbarkeit und der vergleichsweise geringen Kosten hat sich das Dünnbettverfahren bei Heimwerkern schnell durchgesetzt. 'Einfach' ist aber nicht zu verwechseln mit 'beliebig'. Auch das Dünnbettverfahren folgt klaren Regeln.
  • Fliesenkleber richtig kämmen
    © diybook | Nach dem Spachteln einer Kontaktschicht und vor dem Verlegen der Fliesen wird der Klebemörtel mit der Zahnkelle durchkämmt. Die Zahntiefe der Kammkelle richtet sich nach den Ausmaßen der Fliesen und ihrer Struktur an der Plattenunterseite. Bei Fliesen mit glatter Rückseite und einer Dicke von 6-8 mm kommt eine Zahnung von 6 mm zum Einsatz.
  • Floating - Dünnbett-Verfahren
    © diybook | Bei der meistverbreiteten Methode zum Verlegen von Fliesen - dem Floating-Verfahren - wird mit dem Fliesenkleber eine Kontaktschicht gespachtelt und diese dann durchkämmt. Das garantiert eine gleichmäßige Kleberschicht-Dicke auf dem zuvor planeben hergestellten Untergrund. Die Fliesen werden anschließend ins Klebebett gedrückt. Grundsätzlich sollte in einem Arbeitsgang nur eine so große Fläche aufgekämmt werden, wie sie innerhalb der Offenzeit des Fliesenklebers mit Fliesen belegt werden kann.
  • Fliesen richtig ins Kleberbett geben
    © diybook | Die Fliesen werden nicht einfach ins Klebebett gelegt. Das würde nicht den nötigen Halt garantieren. Stattdessen wird die Kante an einer zuvor verlegten Fliese angesetzt, die Fliese wird eingelegt und dann von der vorigen Fliese weg auf Fugenbreite ins Klebebett geschoben.
  • Vermeintliches Buttering einer Fliese
    © diybook | Auch wenn es zunächst so aussieht: Das direkte Aufkämmen von Fliesenkleber auf die Plattenrückseite ist kein Buttering, sondern eine Sonderform des Floating. Beim Buttering handelt es sich um einen Glattstrich, der immer dann sinnvoll ist, wenn Profilierungen auf der Fliesenrückseite vor dem Verlegen verschlossen werden müssen.
  • Floating-Buttering Dünnbett-Verfahren
    © diybook | Im Kombinierten Verfahren, dem Floating-Buttering, werden einfach beide Techniken gleichzeitig angewendet. Im Regelfall wird dabei die Verlege-Oberfläche gekämmt und die Fliese glatt bestrichen. Kommen jedoch Durchlässe ins Spiel, kann sich die Verfahrensweise umkehren. Dann erfolgt das Buttering am Untergrund und das Floating an den Fliesen. Schließlich soll beim Kämmen des Fliesenkleber nichts davon in den Durchlass geraten.
  • Fliesen hohlraumfrei verlegen
    © diybook | Vorteil des Kombinierten Verfahrens ist, dass die Fliesen hohlraumfrei auf dem Untergrund verlegt werden. Gerade im Außenbereich ist dies notwendig, um zu verhindern, dass unter die Fliesen dringendes Wasser im winterlichen Frost gefriert und die Fliesen von der Oberfläche sprengt.
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