Tapeten entfernen: Wie die eigene Wand restlos befreit wird

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Aktualisiert am 02.10.2020
Bei Renovierungen kommt allerhand zum Vorschein. Abseits von echten Bauschäden oder Schimmel fürchten Heimwerker allerdings ein Gräuel ganz besonders: Tapeten, die unter Tapeten kleben, die wiederum auf Tapeten kleben. So manche Zimmerwand kann zu einer Zeitreise durch die hiesige Tapetenstilrichtungs-Geschichte einladen. Und die meisten fleißigen Heimwerker hegten in der Situation wohl schon recht brachiale Gedanken und überlegten, den Tapetenresten wahlweise mit dem Flammenwerfer oder aber mit dem Vorschlaghammer zu Leibe zu rücken. Letztere Lösung wird oft rasch verworfen: Die Tapetenreste würden die Wand wohl eh aufrechterhalten. Aber gibt es nicht Wege, um Tapeten ohne graue Haare und Fluchen zu entfernen?

Welche Werkzeuge sind notwendig?

Glücklicherweise sind für diese Arbeiten gar keine besonderen Werkzeuge notwendig. Es gilt:

  • Eimer mit warmer Laugewarmes Laugenwasser ist das A und O. Ob es nun aufgesprüht oder aufgestrichen wird, ist egal.
  • Sprühflasche/Bürste – sie bringen die Seifenlauge an die Wand. Statt einer Borstenbürste kann auch ein Handfeger oder Schwamm helfen.
  • Spachtel – er ist wichtig. Allerdings sollten nicht nur die kleinen Spachtel mit einer schmalen Fläche genutzt, sondern breite Spachtel bereitliegen.
  • Zangen – die meisten Wände, die nicht an alten Tapeten geizen, werden noch von anderen Unsäglichkeiten bewohnt: Nägel und Dübeln. Auch sie müssen aus der Wand, damit später sauber gestrichen oder tapeziert werden kann.
  • Spachtelmasse/Ausgleichsmasse – sowohl Spachtelmasse für Dübellöcher als auch Ausgleichsmasse sollte immer parat liegen. Oft geschieht es, dass sich die unterste Tapetenschicht mitsamt der Wand ablöst.

In einem gut sortierten Werkzeugkoffer sind, mit Ausnahme der Lauge, Bürsten und Spachtelmassen, sämtliche Werkzeuge vorhanden. Natürlich kommt es hier auf das Modell und den Anspruch an. Wer hier auf jede Eventualität vorbereitet sein möchte, findet besonders gut ausgestattete Modelle bei engelbert strauss. Der bekannte Anbieter in Sachen Arbeitsschutzkleidung und Betriebsbedarf bietet mittlerweile nämlich auch hochwertige Werkzeuge an.

Grundsätzlich sollte der Koffer ohnehin bereitstehen, denn es ist nie gesagt, was sich unter den alten Tapeten wiederfindet. Hochwertige Werkzeugkoffer bieten eine größere Anzahl an Zangen und Aufsätzen, sodass die Dübel leicht entfernt werden können. Auch Spachtel sind oft in ihnen enthalten.

Wie kann ich Tapeten am besten von der Wand lösen?

  • Tapete enternen: Aber wie?
    Abbildung 1: Wie lässt sich alte Tapete am besten entfernen?
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Im absoluten Idealfall löst sich eine Tapete leichtgängig von der Wand, sobald nur eine einzige Ecke abgelöst wird. In der Realität aller Heimwerker gleichen Idealfälle jedoch einem Lottogewinn. Gerade in älteren Häusern, in denen Tapeten über Tapeten geklebt wurden, lässt sich nicht einmal die oberste Schicht in einem Rutsch entfernen. Denn: Das leichte Ablösen funktioniert nur, wenn sich unter der Tapetenschicht der raue Putz befindet.

Aber was können Heimwerker nun machen, immerhin muss die Tapete von der Wand? Trotz sämtlicher Technik, Apps und Fortschritte gilt bis heute, dass die einfachste Lösung die sinnvollste ist:

Schritt 1 – Wand anfeuchten

Hierfür gibt es mittlerweile auch Geräte, doch zeigen sich in Praxistests die alten Methoden in all ihrer Brillanz. Die Wand wird mit warmer Seifenlauge gut angefeuchtet. Sie soll nicht triefen, doch genügt es auch nicht, einen Hauch von Wasser auf die Oberfläche zu sprühen. Mitunter müssen schließlich mehrere Tapetenschichten durchdrungen werden.

Eine Ausnahme stellen beschichtete Tapeten wie Latextapeten dar. Durch die Beschichtung dringt keine Feuchtigkeit, sodass die Tapeten zuerst perforiert werden müssen. Drahtbürsten können dies bei dünnen Tapeten bewerkstelligen.

Schritt 2 – Dübel lösen

Alternativ kann nun auch kurz gewartet werden. Die Feuchtigkeit muss die Tapeten und den Kleber durchdringen, sodass nun weitere Arbeiten eingeschoben werden können. Das Entfernen von Dübeln, alten Nägeln und weiteren Störfaktoren ist nun angeraten.

Dieser Schritt hängt auch mit der Arbeitssicherheit zusammen. Gerade Nägel oder abgebrochene, über dem Mauerwerk stehenden Dübelhülsen können beim Entfernen der Tapeten zu Schnittverletzungen führen.

Schritt 3 – Tapete entfernen

Nun kann die Tapete entfernt werden. Mit dem Spachtel wird nun eine Ecke gelöst und die Bahn langsam abgezogen. Haftende Stellen werden dabei mit dem Spachtel vorsichtig abgelöst.

In hartnäckigen Fällen kann ein spezieller Tapetenlöser genutzt werden. Er ist natürlich teurer als die Laugenlösung, greift aber den Kleber gezielt an.

Müssen Tapeten vor dem Tapezieren immer entfernt werden?

  • Alte Tapete entfernen
    Abbildung 2: Vor dem Tapezieren sollte die alte Tapete weichen.
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Wer sich ältere Wohnungen anschaut, der kommt rasch auf die Idee, dass alte Tapeten doch auch an den Wänden bleiben können. Immerhin gibt es gerade in Mietshäusern Wohnungen, deren Tapeten eine wahre Reise durch die Geschichte bieten. Aber wie sieht es eigentlich aus?

  • Möglich ist es – natürlich ist es möglich, über alte Tapeten zu tapezieren, so wird es in zig Häusern seit Jahrzehnten praktiziert. Allerdings ist davon abzuraten.
  • Schmutz - alte Tapeten nehmen Schmutz, aber auch Umweltgifte auf. Diese zeigen sich als Grauschleier und können sich auf die neuen Tapeten übertragen.
  • Schäden - unter alten Tapeten können sich viele Schäden verbergen, die mitunter später durch die neuen Tapeten ans Tageslicht treten: Schimmel ist der gravierendste Faktor, aber auch Risse oder alte Feuchtigkeitsschäden sind denkbar.
  • Sauberkeit - eine teils in mehreren Schichten tapezierte Wand ist nicht sauber. Giftstoffe und Schmutz werden weiterhin durch die neue Tapete hindurch abgegeben.
  • Tragfähigkeit - je nach Art der alten Tapeten kann es sein, dass die neue Tapete nicht ordentlich haftet. Doch auch der Untergrund kann durch das neue Tapezieren leiden: Dringt die Feuchtigkeit des Kleisters unter die alten Tapeten, können sich ganze Bahnen ablösen.

So störend und nervig das Entfernen alter Tapeten ist, so sinnvoll ist es auch. Niemand möchte, dass sein Tapezierwerk in sich zusammenbricht, weil sich plötzlich Tapeten aus den 60er-Jahren lösen. Und der Gedanke, dass sich unter den alten Schichten mitunter Schimmel befinden kann, ist ebenso wenig beruhigend. Alternativ ließe sich aber alte Tapete überstreichen, wenn die Farbe entsprechend gut deckt.

Fazit – lieber von Grund auf neu tapezieren

Es gibt bei der Renovierung nur wenige Arbeiten, die unbeliebter sind, als das Ablösen alter Tapeten. Doch ist diese Arbeit sehr sinnvoll und kann mitunter gar Spaß machen. Immerhin ist es spannend zu sehen, wie alte Generationen gelebt haben. Mit dem richtigen Werkzeug, Seifenlauge, Geduld und ein wenig Glück geht das Entfernen sogar recht einfach. Das Tapezieren auf dem sauberen Grund ist später ohnehin wesentlich einfacher und gründlicher.

 

Bildquelle:
Abbildung 1: @ Pusteblume0815 / Pixabay.com
Abbildung 2: @ martaposemuckel / Pixabay.com

 

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